Für Liebende ist die folgende Meditationstechnik aus dem Tantra ein Schritt in die Meditation während des Sexaktes. Die Technik ist allerdings nicht nur für zwei, auch alleine ist sie wertvoll: Fühle, du bist nur eine Welle, die vom Ozean bewegt wird…

Wie die Wellen im weiten Meer

Tipps

So wie die Wellen mit Wasser und
die Flammen mit Feuer daherkommen,
so wogt das Universelle mit uns.

Du bist nicht,
nur das Universelle ist
und es wogt durch dich hindurch.
Fühle es, versenke dich hinein, lasse dieses Gefühl tief in dich eindringen. Lasse es zu, dass es dir widerfährt – in vieler verschiedener Art und Weise.

Ein sexuelles Verlangen regt sich in dir: Fühle es – nicht als Verlangen, sondern nur als Ozean, der in dir wogt, einfach als Leben, das da pulsiert, einfach als Leben, das in dir eine Woge schlägt. Was immer dir geschieht, empfinde es nicht so, als würde es dir geschehen, sondern so, als würde es dem Kosmos geschehen. Du bist nur ein Teil von ihm – nur eine Welle an der Oberfläche. Überlasse alles dem All.

Ihr begegnet euch im Liebesakt: Stellt euch nicht vor, dass da zwei einzelne Wellen zusammenkommen, sondern seht sie lieber als zwei, die miteinander verschmelzen. Sie sind nicht mehr zwei Individuen. Die Wellen sind verschwunden, nur der Ozean ist geblieben. Dann wird der Sexakt zur Meditation.

OSHO, Buch der Geheimnisse

Im Leben halten wir vieles fest, im Sterben öffnet sich die Hand. In der offenen, entspannten Handfläche liegt das Universum.

Das Universum in der offenen Hand

Tipps

Die Sonne und den Mond
in seinem Ärmel* haben;
das Universum
in einer Handfläche.

Als Alexander der Große starb, sagte er zu seinen Ministern: „Lasst meine Hände aus dem Sarg hängen.“

Sie sagten: „Komische Idee!“ Davon hatte niemand jemals etwas gehört. Niemand hatte das je vorher so gemacht. Ein Toter sollte sich anständig benehmen und seine Hände im Sarg lassen.

Aber Alexander sagte: „Das ist mein Befehl und er soll erfüllt werden! Das ist mein letzter Wille. Es ist egal, ob das schon einmal jemand gemacht hat oder nicht, bei mir wird es so gemacht werden. Lasst meine Hände aus dem Sarg hängen!“

Sie fragten ihn: „Doch was steckt hinter deinem Wunsch?“

Alexander antwortete: „Millionen von Leute werden kommen und das sehen. Ich möchte es für alle deutlich machen, dass ich mit geschlossenen Fäusten auf die Welt kam, mit großen Erwartungen, mit großen geheimen Wünschen – und ich gehe total frustriert aus dieser Welt, mit offenen Händen. Ich nehme nichts mit mir mit. Alles hat sich als reine Einbildung herausgestellt.“

Die Sonne und den Mond
in seinem Ärmel* haben;
das Universum
in einer Handfläche.

Dieses Haiku ist in sich vollkommen. Erinnere dich einfach an die offene Hand, an deinen Ärmel*. Die verschlossene Hand ist am ärmsten, sie hat nichts in sich.

Meditation führt zu einer offenen Hand. Der Verstand versteckt deine Wünsche, deinen Ärger, deine Enttäuschungen, deinen Kummer vor dir selbst – in der geschlossenen Hand.

Meditation ist die Öffnung der Faust. Das ganze Universum liegt in deinen offenen Händen.

OSHO, The Miracle #10
*Die Übersetzung des Ausdrucks „Ärmel“ ist mir unklar. Das englische Wort „Sleeves“ bedeutet Ärmel, kann aber auch als Hülle übersetzt werden. Es wird vielleicht auf die Umhüllung des Körpers hingewiesen, der die Sonne und den Mond in sich trägt …

—> Weitere Osho Zitate zum Thema Sterben als Höhepunkt des Lebens

Es mag Situationen geben, wo du tatsächlich mehr weißt, als die Kollegen. Es ist eine Kunst, anderen Menschen ihre Fehler nahezubringen, ohne ihnen ein Gefühl von Schuld und Minderwertigkeit zu vermitteln. Ein meditativer Mensch sieht über die Persönlichkeit hinaus.

Lass den Heiligenschein sausen

Tipps

Es passiert den meisten Menschen, die etwas wissen: Sie werden überheblich und egoistisch. Um sie herum ist ein Geruch von „Ich bin besser als du“. Sie stellen jeden richtig und sie suchen danach, andere Menschen zu verdammen und schuldig fühlen zu lassen. So befriedigt sich das Ego.

Solche Anzeichen sieht man jedoch nicht bei einem Menschen, der wirklich Bescheid weiß. Ein Mensch, der wirkliches Wissen besitzt, wird niemals verursachen, dass sich irgendjemand minderwertig fühlt. Jemand der wirkliches Wissen hat, wird den Menschen helfen, aus ihren falschen Gewohnheiten auszusteigen, aber er wird ihnen kein Gefühl von Schuld geben, weil sie es nicht wissen.

Das ist eine große Kunst, eine sehr feinfühlige Kunst. Es ist sehr heikel – muss es sein, denn wenn du versuchst, eine Person zu verändern, dann passiert es schnell, dass sie sich schlecht fühlt. Du berührst einen empfindlichen Punkt in ihr. Du versuchst sie zu verändern und damit sagst du auch indirekt, „So wie du bist, bist du nicht in Ordnung.“ Das muss vermieden werden.

Der Mensch ist nicht falsch, niemals. Das sollte das Fundament allen Handels sein. In seinem innersten Kern ist der Mensch immer richtig – auch wenn er an der Oberfläche den einen oder anderen Irrtum begeht. Diese Irrtümer sind nur zeitweise, sie haben keine große Bedeutung. Die grundlegende Herzensgüte, die natürliche Gütigkeit des Menschen ist absolut.

Wenn eine Person beginnt, sich schuldig zu fühlen, dann hast du ihre natürliche Güte verseucht. Du hast sie in der Tiefe verletzt. Du hast eine Wunde in ihrer Seele geschaffen. Die Kunst ist es also, niemals eine Wunde in der Seele der Anderen zu erschaffen. ….

OSHO, The Perfect Master #9

—> Fortsetzung hier: „Du hast einen Fehler gemacht!“

Du bist ein Meisterstück

August 25, 2008

Wie schrecklich behandeln wir uns manchmal selbst und dabei sind wir solch einzigartige Geschöpfe. Jeder einzelne ein unvergleichliches Meisterstück der Existenz. Meditation hilft, sich dessen bewusst zu werden.

Unvergleichlich und einzigartig

Tipps

Niemals gab es je zuvor
eine Person wie dich.
In diesem Moment gibt es niemanden
auf der ganzen Welt,
der so ist, wie du
und niemals wieder
wird es irgendjemanden
wie dich geben.

Sieh’ nur einmal, wie viel Ehre
dir die Existenz erwiesen hat.
Du bist ein Meisterstück –
nicht zu wiederholen, unvergleichlich, völlig einzigartig.

Selbst ein total versteinertes Herz,
ein Herz, so hart wie Stein,
muss in Dankbarkeit zu schmelzen beginnen.
Tränen beginnen zu fließen,
Tränen vor Glück und Freude,
Tränen, die lachen.

OSHO, Book of Wisdom

—> hier kann man meditieren lernen

—> zum Zen Shop

Was haben ein Wächter und ein Mystiker gemeinsam? Sie beobachten beide aufmerksam. Der eine den Palast und dessen Umgebung, der andere den Verstand und das Denken.

Begegnung am Fluss

Tipps

Es war einmal ein chassidischer Mystiker, der jede Nacht zum Fluss ging und sich dort still hinsetzte. Der Wachmann eines großen Palastes sah ihn regelmäßig gegen Mitternacht kommen.

Eines Nachts konnte er nicht widerstehen und hielt den Mystiker an: „Ich beobachte dich seit Monaten. Nicht einmal bist du weggeblieben. Jede Nacht gehst du zum Fluss. Was machst du da? Ich bin dir gefolgt, denn es ist meine Aufgabe, zu sehen, was um den Palast herum passiert. Zuerst war ich sehr misstrauisch. Dieser Mann kommt jede Nacht, geht am Palast vorbei … Deshalb bin ich dir gefolgt, doch du hast keine Notiz vom Palast genommen und auch nicht, ob dir jemand nachgeht. Du gehst einfach zum Fluss und sitzt dort Stunden lang. Was machst du da?“

Der Chassid sagte:
“Ich bin ebenfalls ein Wächter.
So wie du den Palast beobachtest,
so schaue ich meinen Gedanken zu.“
Wenn das Wahrnehmen und Wachsein wächst, dann verschwinden Gedanken ohne Kampf. Wenn das Herz leer ist, dann bist du der Buddha.
Osho, The Buddha: The Emptiness of the Heart #3

–> Weitere Meister Geschichten von Osho

Wir kennen das „Entweder – Oder – Spiel“: Entweder geben wir der Welt unsere ganze Kraft oder ziehen uns vollkommen in uns selbst zurück. Beides ist gut, dann, wenn man im Fluss bleiben kann.

Mitfließen mit sich und der Welt

Tipps

Es ist völliger Unsinn, die Welt und Alleinsein als zwei voneinander getrennte Dinge anzusehen. Das ist ein gefährlicher Unsinn, durch den die Menschheit furchtbar gelitten hat.

Einige Leute leben nur auf dem Marktplatz: Sie sind fix und fertig, total erschöpft und ausgebrannt. Sie haben keinen eigenen Raum für sich und wissen nicht, wer sie sind. Sie begegnen sich selber nie. Sie leben mit anderen – sie leben für andere. Sie sind Teil der großen Masse, ohne Individualität.

Auch das Liebesleben kann nicht beglückend sein, wenn der Mensch einseitig lebt. Nichts Halbes kann jemals erfüllen. Nur das Ganze macht glücklich. 

Auf der anderen Seite gibt es die Mönche, die im Kloster leben. Ein Mönch ist einer, der es vorzieht, alleine zu sein. Bald ist er jedoch voll bis oben hin, überreif und weiß nicht, wohin er sich ergießen soll. Er darf sich keine Liebe erlauben, auch keine Beziehung. Er erlaubt sich nicht, sich mit anderen Menschen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. So versauern seine Energien.

Jede Energie, die zu fließen aufhört, wird bitter. Sogar Nektar verdirbt, wenn er stagniert. Mitfließen bedeutet, die Süße des Lebens zu erfahren. Stagnieren bedeutet, sich zu vergiften. Gift und Süße sind keine zwei verschiedenen Phänomene, sondern die gleiche Energie.

Osho, Philosophia Perennis, Vol. 1, #5

–> Die tägliche Sekunden Meditation hilft beim Mitfließen

–> Stille, heitere Artikel im Zen Shop

Meine Frau ist sehr gegen logisches Denken eingestellt. Sie nennt jedes vernünftige Überlegen eine „Rationalisierung“. Was ist eine Rationalisierung?

Ein Mann spricht vom Verstand, die Frau vom Herzen

Tipps

Ich kann deine Schwierigkeit verstehen. Vernunft ist männlich, Emotion weiblich. Daher kommen die Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen einem Mann und einer Frau, zwischen einem Ehemann und einer Ehefrau. Sie schreien sich an, doch was sie sagen, erreicht den Anderen nicht. Denn die Art, wie sie die Dinge verstehen, ist völlig verschieden.

Im Grunde ist ihre Unterschiedlichkeit genau die Ursache dafür, dass sie sich für einander interessieren und zu einander hingezogen fühlen. Sie sind das genaue Gegenteil, wie der positive und der negative Pol in der Elektrizität. Sie werden zueinander hingezogen. Aber weil sie so unterschiedlich sind, ist die Kommunikation sehr schwierig, ja fast unmöglich. Der Mann spricht vom Kopf und die Frau vom Herzen. Das sind zwei so verschiedene Sprachen wie chinesisch und deutsch. Da gibt es keine Kommunikation.

Sentimentalität ist eine Emotion, die zur Manipulation benutzt und mit einer Absicht geschaffen wird. Rationalisierung ist ähnlich. Es ist die Manipulation von Logik, genau wie Sentimentalität die Manipulation von Emotionen ist. Wenn du rational bist, wirklich rational, dann wirst du zum Wissenschaftler. Wenn du wirklich emotional bist, wirst du zum Dichter. Das sind schöne Zustände. Es wird trotzdem keinen Dialog zwischen den beiden geben, doch es wird leichter sein. Mit Rationalisierung und Sentimentalität ist es schwierig sich zu verstehen, doch mit Logik und Emotion geht es leichter. Bei letzteren entsteht Mitgefühl füreinander, eine Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen. Der rationale Mann wird versuchen, den Standpunkt der Frau rational zu verstehen und die Frau wird versuchen, den Mann emotional zu verstehen und das Mitgefühl füreinander wird beständig sein.

Wenn du wirklich mit deiner Frau kommunizieren möchtest oder eine Frau möchte sich mit ihrem Mann austauschen, dann ist der einzige Weg der, dass Logik und Emotion, verschwinden. Beide Partner sollten meditativ werden. Meditation ist weder Logik noch Emotion, sie geht darüber hinaus, sie geht über die Polarität hinaus. Sie ist überirdisch. Meditation ist weder vom Kopf, noch vom Herzen. Die einzige Möglichkeit für einen Mann und eine Frau sich auszutauschen, ist durch Meditation. Sonst gibt es keine Möglichkeit.

Der erste Schritt ist also: Lasse alle Rationalisierungen und Sentimentalitäten fallen. Der zweite Schritt folgt darauf: Lasse die Logik und die Emotionen ebenfalls gehen. Und dann, in diesem Zustand von Verzückung – von Meditation -, entsteht Kommunikation. Diese Vereinigung ist ein Gebet. Wenn du in dieser Vereinigung „Du“ sagst, dann ist da keine Frau, sondern nur Göttlichkeit. Dann gibt es keinen Mann, sondern nur Göttlichkeit.

Osho, The Perfect Master #2

—> Meditations-Kurz-Urlaub, falls die Beziehung mal Ferien braucht

—> Stille, heitere Versöhnungsgeschenke im Zen Shop

Meditation auf Reisen

August 17, 2008

Eine Meditationsübung für die Zeit im Warteraum oder wenn der Zug anhält …

Tipps
In einem stillstehenden Gefährt, in dem du dich kreisen lässt, in langsamer werdenden, unsichtbaren Kreisen – erfahre!

Wenn du auf Reisen bist und irgendwo sitzt, lasse deinen Oberkörper kreisen, in langsamer werdenden Kreisen. Du sitzt einfach da und lässt dich im Kreis schwingen. Mache erst einen großen Kreis und verlangsame ihn dann. Lasse ihn langsamer und langsamer werden, kleiner und kleiner und kleiner, bis dein Körper sich nicht mehr sichtbar bewegt. Nur noch von innen fühlst du eine feine unmerkliche Bewegung. Mache mit geschlossenen Augen große Kreise. Sitze nur und kreise. Schwinge immer weiter und lasse die Kreise kleiner und kleiner werden.

Mache es langsamer und langsamer – und erfahre. Die Bewegung wird dich zentrieren.

Eine widerstandslose, rhythmische Bewegung in einem Fahrzeug führt ebenfalls zu einem inneren Zentrieren.

Osho, Das Buch der Geheimnisse

—> meditative Geschenke

Das Zentrum im großen Zeh

August 15, 2008

In der hinduistischen Tradition sucht man seine Nase, bei den Taoisten ist es der große Zeh. Im Grunde ist es egal, wo das Zentrum der Aufmerksamkeit liegt, Hauptsache, es ist nicht im Kopf.

Finde deinen großen Zeh

Tipps

Die Taoisten haben den großen Zeh als Zentrum benutzt. Bewege deine Bewusstheit hinunter zum großen Zeh. Bleibe dort, vergiss den ganzen Körper. Lass dein ganzes Bewusstsein zur Zehe gehen. Das klappt, denn im Grunde ist es egal, wohin du dich zentrierst. Du gehst in ein Zentrum – das ist das Wesentliche.

Osho, The Book of Secrets, Vol 1 #12


Chuang Tsu und Lao Tse sagten immer: Konzentriere dich auf den großen Zeh. Schließe deine Augen, gehe in den Zeh und bleibe dort. Das wird dich ins Gleichgewicht bringen. Der Kopf hat dir soviel Ungleichgewicht verursacht. In den großen Zeh? Es sieht aus, als ob sie Spaß machen würden, doch sie meinen es wirklich ernst. Sie haben recht. Gehe weg vom Kopf, denn unser Ursprung, unsere Wurzeln liegen nicht im Kopf. Wir sind viel zu sehr im Kopf.

Osho, The Empty Boat #10


Einmal, während Buddha sprach, saß ein Mann vor ihm, der ständig seine Zehe hin und her bewegte. Am Ende des Vortrags fragte ihn Buddha: “Was ist mit deinem Zeh los?“ In diesem Augenblick hörte der Mann mit dem Wackeln auf. Buddha sagte: „Ich sage dir, was los ist. Du bist dir deiner Zehe nicht bewusst. Du hast den Zeh nicht selbst bewegt, es geschah unbewusst. Es ist eine Gewohnheit, wahrscheinlich machst du das überall wo du sitzt. In dem Moment als ich dich fragte, hörte das Schaukeln auf. Als deine Aufmerksamkeit in den Zeh ging, hast du angehalten.“

Beginne Meditation im Alltag, indem du dir über solche kleinen Dinge bewusst wirst. Die Leute beginnen mit ihrem Ego, sie wollen ohne Ego sein. Damit beginnen sie mit einem großen Problem. Sie müssen daran scheitern. Es ist besser mit etwas Unbedeutendem, Kleinen zu beginnen, das keinen großen Unterschied macht. Aber die Schönheit daran ist, dass das kleinste Problem den gleichen Ursprung hat wie das größte und auch die gleiche Lösung. Alle Probleme sind gleich. Wenn du ein kleines Problem lösen kannst, es völlig loswerden kannst, dann hast du den Schlüssel kennen gelernt.

Der Schlüssel ist Wachheit und Aufmerksamkeit. Indem du ein kleines Problem löst, erfährst du die Grundlagen von Bewusstheit. Und dann kennst du das ganze Geheimnis, wie du dein verwickeltes Leben entwirren kannst.

Osho, From Misery to Enlightenment #19

–> Weitere Osho Zitate über Meister

—> Meditationsseminare

Die folgende Geschichte hat mir ein lieber Freund geschickt, als Antwort und Absage auf die Einladung zu meiner Geburtstagsfeier. Ich verstehe: Er ist wie ein Wasservogel, der sich in einem Palast unwohl fühlt. Hans-Wolfgang nähren andere Dinge als mich. Unsere Bedürfnisse sind verschieden. Hier die Geschichte des taoistischen Meisters Dschuang Dsi, die ermutigt, seinen wahren Bedürfnissen zu folgen.

Ein Wasservogel braucht keine Sinfonie, um sich wohl zu fühlen

Tipps

Hast du die Geschichte vom Wasservogel gehört, der vom Wind aufs Festland getrieben wurde und außerhalb der Hauptstadt Lu landete? Der Prinz ordnete einen feierlichen Empfang für ihn an, bot dem Wasservogel Wein im geheiligten Tempel, holte Musiker, die Kompositionen von Shun spielten und schlachtete ein Rind, um den Vogel zu füttern. Ganz benommen von den Sinfonien und in großer Verzweiflung starb der unglückliche Wasservogel.

Wie solltest du einen Wasservogel behandeln? Wie dich selbst oder wie einen Vogel? Sollte nicht ein Vogel im tiefen Holz sein Nest haben und über die Wiesen und Sümpfe fliegen? Sollte er nicht im Fluss schwimmen oder im Teich, sich von Egeln und Fischen ernähren? In einer Formation mit anderen Wasservögeln fliegen und sich im Schilf ausruhen?

Wie schlecht ist es für einen Wasservogel, von Menschen umgeben zu sein und durch ihre Stimmen erschreckt zu werden! Das ist noch nicht alles: Sie haben ihn mit Musik umgebracht!

Wasser ist für Fische da und Luft für Menschen. Die Natur ist unterschiedlich und die Bedürfnisse variieren mit ihr. Deshalb legten die alten Weisen keinen einheitlichen Maßstab für alle fest.

Osho, When the Shoe Fits #6

—> Meditations-Kurz-Urlaub