Zufrieden in der Welt arbeiten
August 21, 2008
Wir kennen das “Entweder – Oder – Spiel”: Entweder geben wir der Welt unsere ganze Kraft oder ziehen uns vollkommen in uns selbst zurück. Beides ist gut, dann, wenn man im Fluss bleiben kann.
Mitfließen mit sich und der Welt
Es ist völliger Unsinn, die Welt und Alleinsein als zwei voneinander getrennte Dinge anzusehen. Das ist ein gefährlicher Unsinn, durch den die Menschheit furchtbar gelitten hat.
Einige Leute leben nur auf dem Marktplatz: Sie sind fix und fertig, total erschöpft und ausgebrannt. Sie haben keinen eigenen Raum für sich und wissen nicht, wer sie sind. Sie begegnen sich selber nie. Sie leben mit anderen – sie leben für andere. Sie sind Teil der großen Masse, ohne Individualität.
Auch das Liebesleben kann nicht beglückend sein, wenn der Mensch einseitig lebt. Nichts Halbes kann jemals erfüllen. Nur das Ganze macht glücklich.
Auf der anderen Seite gibt es die Mönche, die im Kloster leben. Ein Mönch ist einer, der es vorzieht, alleine zu sein. Bald ist er jedoch voll bis oben hin, überreif und weiß nicht, wohin er sich ergießen soll. Er darf sich keine Liebe erlauben, auch keine Beziehung. Er erlaubt sich nicht, sich mit anderen Menschen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. So versauern seine Energien.
Jede Energie, die zu fließen aufhört, wird bitter. Sogar Nektar verdirbt, wenn er stagniert. Mitfließen bedeutet, die Süße des Lebens zu erfahren. Stagnieren bedeutet, sich zu vergiften. Gift und Süße sind keine zwei verschiedenen Phänomene, sondern die gleiche Energie.
Osho, Philosophia Perennis, Vol. 1, #5

August 21, 2008 at 10:16
Wobei es glaub ich anzumerken gilt das dies “entweder, oder” ein fast schon typisch westliches Ding ist. Wenn man mit dem Finger auf der Weltkarte weiter nach Osten rutscht wird schnell ein “sowohl als auch” populärer.
August 22, 2008 at 10:48
naja, in japan ist die spaltung schon auch gut vorhanden, und auch in indien gibt es immer mehr gestresste leute. tendenz steigend mit dem einkommen. generell gebe ich dir aber recht und meiner meinung nach hängt das mit den religionen zusammen. das christentum hat uns gut eingebleut, dass wenn wir nicht alles super toll machen, wir in der hölle landen. oder von gott bestraft werden. das fällt im osten weg.
herzlichste grüße
von
samarpan