Ramakrishna verehrt seine Füße
Oktober 30, 2008
Wenn wir unsere eigenen Füße verehren würden, dann wäre das wohl ein Akt der Selbstverherrlichung. Nicht so bei Meister Ramakrishna, der sich vor einem erleuchteten Wesen verbeugt. Ob er das nun selbst ist oder jemand anders – was macht das für einen Unterschied?
Ehrung von Meditation
Ein Maler portraitierte Ramakrishna und brachte ihm das Gemälde, um zu sehen, ob es ihm gefiel. Die Schüler Ramakrishnas waren alle mit dabei. Ramakrishna sah sich das Gemälde an und berührte dann im Bild ehrfürchtig seine eigenen Füße. Seinen Schülern war das peinlich. „Was sollen wir nur mit so einem Meister machen? Er tut Dinge, die uns wie Idioten aussehen lassen. Er verehrt seine eigenen Füße!“
Es gab auch anwesende Personen, die keine Schüler waren. Sie sagten: „Diese dummen Leute glauben, dass dieser Mann eine erleuchtete Seele ist? Für uns sieht er schlichtweg verrückt aus! Nicht einmal ein Verrückter wird seine eigenen Füße verehren.“
Der Maler war ebenfalls schockiert, doch war er kein Schüler von Ramakrishna und konnte deshalb seinen Mut zusammen nehmen und Ramakrishna fragen: „Ich traue meinen Augen nicht. Es sieht ziemlich komisch aus, dass du in deinem eigenen Portrait deine Füße berührst.“
Ramakrishna hatte Freudentränen in den Augen. Er sagte: „Es ist mein Bild, das weiß ich, doch ich verehre nicht die Füße, weil es meine sind. Ich berühre die Füße, weil du meinen Zustand von Meditation in diesem Bild festgehalten hast. Und wenn ich jemanden sehe, der in Meditation ist, dann muss ich seine Füße ehrfürchtig berühren – egal, ob ich das selbst bin oder jemand anderes, das ist unwichtig. Ich verstehe nicht, warum das euch allen so peinlich ist.“
Osho, Beyond Enlightenment #15
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Wahrnehmen verändert jede Situation
Oktober 28, 2008
Es ist kaum zu glauben, Wahrnehmen an sich soll die ganze Dunkelheit des Verstandes umkrempeln? Meditation bringt Licht in die Dunkelheit und Dinge werden sichtbar, die dort nicht vermutet wurden.
Meditation bringt Licht in Dunkelheit
Beobachten, wahrnehmen, wachsam sein .. das scheinen unbedeutende Worte zu sein, um die ganze Komplexität des Verstandes aufzulösen. Millionen Jahre von Vererbungen, Traditionen, Konditionierung, Vorurteilen… wie sollen die durch einfaches Wahrnehmen verschwinden?
Doch sie verschwinden wirklich, denn wie Gautam Buddha immer sagte: „Wenn die Lichter im Haus angeschaltet sind, dann kommen die Diebe nicht ins Haus, denn sie wissen, dass der Herr des Hauses wach ist.“ Weil das Licht durch die Fenster scheint, durch die Türen, weil man sehen kann, dass das Licht an ist, ist es nicht die richtige Zeit, ins Haus einzubrechen. Wenn die Lichter aus sind, dann werden die Diebe angezogen. Dunkelheit wird zu einer Einladung. Genauso ist die Situation mit deinen Gedanken, deinen Vorstellungen, Träumen, Ängsten, deinem ganzen Verstand.
Wenn der Beobachter anwesend ist – der Beobachter ist fast wie Licht – dann beginnen sich diese Diebe zu zerstreuen. Wenn diese Diebe niemanden anwesend vorfinden, dann rufen sie ihre Brüder und anderen Verwandten: „Auf geht’s!“
Es ist ein einfaches Phänomen, ähnlich wie Licht. In dem Moment, in dem du Licht in einen Raum bringst, verschwindet die Dunkelheit. Du fragst dich nicht etwa „Ist da genug Licht, damit die Dunkelheit verschwinden kann?“ Oder: „Wenn wir das Licht da haben, müssen wir dann noch etwas anderes machen, damit die Dunkelheit verschwinden kann?“
Nein, alleine die Gegenwart von Licht bedeutet die Abwesenheit von Dunkelheit und die Abwesenheit von Licht bedeutet die Gegenwart von Dunkelheit. Die Gegenwart von Wahrnehmung ist die Abwesenheit des Verstandes und die Abwesenheit des Wahrnehmenden ist die Gegenwart des Verstandes.
Unnötige Gedanken verschwinden
In dem Moment, in dem du zu beobachten beginnst, wird, je stärker das Wahrnehmen wird, ganz langsam das Denken schwächer werden. In dem Moment, in dem der Verstand erkennt, dass der Beobachter eine bestimmte Reife erlangt hat, unterstellt sich der Verstand sofort und wird zu einem wunderbaren Diener. Das passiert ganz mechanisch.
Die Natur und Existenz möchten, dass du der Herr im Hause bist und der Verstand zum Diener wird. Dann ist alles in Harmonie. Dann kann der Verstand nicht mehr Falsches tun. Dann ist alles in tiefer Entspannung, in Stille und es bewegt sich zu seiner Vorbestimmung. Du musst nichts anderes tun, als zu beobachten.
Der Verstand hat sich daran gewöhnt, der Herr im Haus zu sein. Es wird eine Zeitlang dauern, ihn zur Vernunft zu bringen. Wahrnehmen ist genug. Es ist ein sehr stiller Prozess, doch die Auswirkungen sind unglaublich weitreichend.
Osho
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Wahrheit ist für Individuen
Oktober 26, 2008
Wahrheit ist das Geschenk, das ein Individuum geschenkt bekommt, das bedingungslos seinen Weg geht. Jede Schwierigkeit schärft die Intelligenz und Wahrheit vertieft sich.
Freue dich an dir
Wahrheit kommt zu individuellen Menschen. Sei einzigartig, wenn du die Wahrheit kennen lernen möchtest. Nimm alle Risiken auf dich, die benötigt werden, um ein Individuum zu werden. Akzeptiere die Herausforderungen, die damit einhergehen, damit sie dich schärfen und dir Brillanz und Intelligenz geben können.
Wahrheit ist kein Glaube, sondern äußerste Intelligenz. Sie ist das Aufflackern verborgener Ressourcen deines Lebens, sie ist die erhellende Erfahrung deines Bewusstseins. Aber du wirst den Raum dafür erschaffen müssen, damit sie passieren kann. Und dieser Raum ist, sich selbst anzunehmen, wie man ist. Lehne nichts an dir ab, verdamme dich nicht, fühle dich nicht schuldig. Freue dich! Freue dich an dir, so wie du bist.
Osho, The Book of Wisdom #11
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Bei Gedanken-Stress
Oktober 24, 2008
Manchmal rennen die Gedanken um die Wette: Sorgen, Ängste, Stress, Aggression und Fragen über Fragen… Meditation bedeutet, die Gedanken zu lassen, ihnen keine Aufmerksamkeit zu schenken.
Gedanken ignorieren
Du fragst mich, wie man das ständige Geplapper der Gedanken beenden kann, die Unmenge idiotischer Fragen?
Sei unbeeindruckt. Ignoriere die Gedanken. Lasse sie vor sich hin plappern. So, als ob es keinen Unterschied macht, ob sie da sind oder nicht. Wenn du mit den Gedanken kämpfst, gibst du ihnen Energie. Du gibst Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit ist Nahrung. Noch nie ist es jemandem gelungen, seine Gedanken anzuhalten, indem er mit ihnen kämpfte.
Ignoriere die Gedanken, stehe abseits davon, und lass den Verstand tun, was er tun will. Wenn sich keiner für die Gedanken interessiert, dann macht es keinen Sinn, dass sie so laut schreien. Du hörst sie nicht, bist auch nicht neugierig darüber, was sie sich wieder ausdenken… Und dann halten sie an.
Alle Fragen werden verschwinden, denn sie sind völlig unbedeutend. Wenn das Geplapper der Gedanken verschwindet, dann entsteht Stille und Frieden. Und dann kannst du die stille, kleine Stimme deines Herzens wahrnehmen. Nur das Herz kennt die Antwort auf deine Fragen.
Wenn du ein wunderbares, stilles, fröhliches und glückliches Leben führen möchtest, dann ignoriere die Gedanken und lasse das Herz wieder Meister deines Lebens sein.
Osho, Beyond Enlightenment #8
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Im richtigen Moment gehen
Oktober 22, 2008
Ein Mensch der Meditation – wie der Zen-Meister Tanka Tennen – ist immer zum Sterben bereit.
Reif fürs Sterben
An seinem letzten Tag sagte der Zen-Meister Tanka zu seinen Schülern: „Bereitet mir ein Bad vor, ich gehe jetzt.“ Dann setzte er seinen Strohhut auf, hielt einen Stock in seiner Hand, zog seine Sandalen an und machte einen Schritt vorwärts. Bevor sein Fuß den Boden berührte, war er gestorben.
Was für eine Art zu sterben! Mit solch einer Klarheit. Der Tod kommt und er bereitet sich auf die Reise vor. Die Leute, die ihn mit einem erhobenen Fuß stehen sahen, konnten nicht sehen, dass sein Fuß auf das Unsichtbare hindeutete. Er hatte seinen Körper verlassen und das Bewusstsein wurde Teil des Kosmos.
Ein Mensch der Meditation wird sich darüber bewusst, den Körper zu verlassen, wenn die Zeit dafür reif ist. Oder, wenn der Körper versucht, sich des Bewusstseins zu entledigen. Ein Mensch im Zen stirbt bewusst, deshalb ist sein Tod kein Tod, sondern der Eintritt in die Unsterblichkeit.
Nur ein Mensch mit einer so großen Klarheit wie Tanka kann die Dinge vorhersehen, die passieren werden. Er ist immer bereit, sogar für den Tod. Die meisten Menschen sind fürs Sterben nicht bereit. Wenn du sie fragst, sagen sie: „Warte noch, es gibt noch so viele Dinge zu tun!“ Nur ein Mensch der Meditation ist immer bereit. Er hat mit großer Intensität in jedem Moment alles getan. Seine Taten sind vollkommen zu Ende gebracht. Er wird den Tod nicht um Aufschub bitten.
Zen ist beides: eine wunderbare Art zu leben und eine wunderbare Art zu sterben.
OSHO, The Zen Manifesto: Freedom from Oneself #5
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Du bist, was du suchst
Oktober 20, 2008
Manchmal vergessen wir, uns selbst mitzurechnen. Oft stehen alle anderen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wir halten unser eigenes Bewusstsein für so selbstverständlich, dass wir es nicht mehr sehen. Eine überlieferte Geschichte…
„Wir haben einen Kameraden verloren…“
Eines Tages durchwateten zehn Männer einen schnell fließenden und gefährlichen Fluss. Als sie das andere Ufer erreichten, zählten sie nach, um sicherzustellen, dass alle gut angekommen waren. Aber jeder Mann zählte nur neun Männer. Ein Passant, der ihr Jammern über den Verlust ihres Kameraden hörte, zählte nach und fand heraus, dass sie genau zu zehnt waren. Er bat jeden einzelnen, noch einmal zu zählen und jeder zählte wie vorher nur bis neun. Da berührte der Fremde jeden Mann an seiner Brust und sagte: „DU bist der zehnte!“
Das ist die Funktion des Meisters. Er legt seine Hand auf dein Herz und sagt dir: „Du bist der zehnte!“
Du suchst überall, außer in deinem eigenen Wesen. Du zählst jeden anderen, aber bekommst nur immer neun zusammen, einer fehlt. Du kannst bis in alle Ewigkeit nach dem Einen suchen und du wirst ihn nicht finden, denn DU bist es selbst. Ein Mensch wird in dem Moment zu einem Kaiser, in dem er sich findet. Dann sind alle Schätze des Lebens und all die Mysterien darin für ihn offen.
Aber jeder läuft schnell, um herauszufinden, wo die Schätze des Lebens sind. Sie sind in dir. Das Gesuchte ist nicht außen, das Gesuchte ist der Suchende. Das Göttliche ist nicht draußen, das Göttliche ist der Suchende.
OSHO, The Perfect Master #7
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Liebe ist nicht zu befriedigen
Oktober 18, 2008
Kennst du das? „Unsere Liebe ist nicht tief genug, sie könnte noch intensiver sein, noch weiter gehen…“ Wenn Unzufriedenheit in der Liebe auftaucht, dann mag es daran liegen, dass die Liebe wirklich groß ist. Dann sucht Liebe Meditation.
Zu wenig Liebe in der Beziehung?
Liebe kann niemals befriedigt werden. Wenn das der Fall ist, dann ist sie keine große Liebe. Je großartiger und tiefer die Liebe geht, desto mehr Unzufriedenheit wird da sein. Das ist nicht gegen die Liebe gerichtet. Es zeigt vielmehr die unermessliche Weite, mit der dein Herz lieben möchte. Liebe ist so groß, dass sie niemals befriedigt werden kann.
In gewisser Weise ist es gut, dass sie nie zufrieden sein kann, sonst wird sie tot sein.
Befriedigung hat keinen großen Wert. Sie gehört dem mittelmäßigen Verstand an und dem mittelmäßigen Herzen, die sich mit kleinen Dingen zufrieden geben. Es gibt Leute, die befriedigt ein bisschen Geld oder ein Haus oder Popularität. Das sind die kleinen Leute. Die wirklich großen Menschen werden niemals zufrieden sein. Jeder neue Schritt auf der Reise geht noch tiefer, ist noch wunderbarer, noch mysteriöser … Die Sehnsucht steigt an und das Herz ist mit einem süßen Schmerz erfüllt.
OSHO, Beyond Enlightenment #29
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Meditation geht über Psychoanalyse hinaus
Oktober 16, 2008
Hier werden regelmäßig rebellische Osho Zitate vorgestellt, die manchmal Zeit brauchen, um verstanden zu werden. Heute eines, das sich gewaschen hat:
Endlose Psychoanalyse, die sich im Kreis dreht
Die moderne Psychologie wird nicht für Meditation sein, denn Meditation zerstört ihr Geschäft. Ein Mensch der Meditation braucht keine Psychoanalyse. Je tiefer die Meditation geht, umso gesünder wird er. Ein Mensch, der meditiert, entfernt sich von den Gedanken, das macht seine Glückseligkeit aus.
Meditation erschafft die größte Gefahr für Psychologen. Sie müssen daran festhalten, dass es nichts jenseits des Denkens gibt. Wenn es etwas jenseits des Verstands gebe, dann würde ihr ganzes Geschäft flöten gehen.
Der Osten muss Position beziehen und zeigen, dass das, was die Psychoanalyse macht, einfach nur dumm ist.
In einem Zen Kloster in Japan wird ein psychologischer Fall innerhalb von drei Wochen behandelt. Im Westen gibt es noch nicht einmal nach 12 Jahren Erfolge. Und in diesen drei Wochen im Zen Kloster gibt es keine Psychoanalyse. Du wirst überrascht sein, denn eigentlich wird überhaupt nichts gemacht. Die Person wird an einen isolierten Ort gebracht, mit einem wunderschönen Garten und Teich. Das Essen wird ihr gebracht und Tee geschickt. Niemand spricht mit ihr und sie muss still bleiben. Du kannst den Unterschied sehen.
In der Psychoanalyse muss man über Jahre hinweg über seine Träume sprechen, eine Stunde am Tag oder zwei Stunden, zwei Sitzungen in der Woche oder drei, je nachdem wie viel du dir leisten kannst. Und hier im Zen Kloster bringen sie den Menschen einfach an einen schönen, bequemen Ort. Es gibt dort Musikinstrumente und Malutensilien oder wenn er irgendetwas Besonderes machen möchte, dann bringt man es ihm. Er muss etwas tun, nicht sprechen. Und drei Wochen lang wird niemand mit ihm reden.
Während dieser drei Wochen malen die Leute und machen Musik, sie tanzen oder arbeiten im Garten und nach drei Wochen sind sie völlig normal. Sie sind bereit, wieder nach Hause zu gehen. Was ist passiert? Wenn du einen Zen Meister fragen würdest, dann würde er sagen: „Nichts, die Leute hatten zuviel gearbeitet und ihr Verstand war überdreht. Sie brauchten Entspannung. Einfach nur drei Wochen auszuruhen genügt, um den Verstand zu entspannen. Sie brauchten physische Arbeit, damit ihre ganze Energie in den Körper geht, nicht in die Gedanken.“ Diese Leute bekamen großes Interesse an dem Prozess: Ohne irgendetwas zu tun, verschwanden alle komischen und verrückten Dinge, die sie sich ausgedacht hatten. Das ist eine einfache Methode für kranke Menschen, ihren überladenen Verstand zu entspannen.
Für diejenigen, die gesund sind – nicht die kranken Leute – ist der Weg die Meditation. Es gibt verschiedene Techniken für verschiedene Menschentypen. Tausende von Menschen haben eine Leuchtkraft erreicht, so eine Glorie, so eine Göttlichkeit, dass all die Psychologen in der Welt sich schämen sollten. Sie haben keinen einzigen Menschen dazu gebracht. Sogar deren Gründer sind sehr gewöhnlich. Gewöhnlicher als gewöhnlich.
Osho, Beyond Enlightenment #24
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Oktober 14, 2008
Anfangs ist Meditation bloßes Üben. Nach und nach bleibt der Geschmack, den man während des Übens bekommen hat. Dann verändert sich die Welt. Die Schönheit des Lebens enthüllt sich überall.
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Hast du schon einmal einen wilden Fischreiher schlafen gesehen?
Basho sagt: ungestörte Erhabenheit. Zu dem wirst du, wenn Stille passiert – zu ungestörter Erhabenheit. Plötzlich wirst du zum Kaiser. Verständnis schenkt dir das ganze Universum. Es nimmt alles weg, was falsch ist und schenkt dir die ganze Wahrheit: alles, was schön ist, alles was anmutig und eine reine Freude ist.
Ein Mensch wie Basho – ein Mensch tiefer Meditation – sieht den Zustand der Meditation überall. Sogar in einem schlafenden Fischreiher sieht er ungestörte Erhabenheit. In dem Flug eines wilden Vogels sieht er unglaubliche Freiheit. Im Himmel spiegelt sich sein eigenes Nichts wider.
Ein Mensch in Meditation wird alles in neuem Licht sehen. Eine wilde Blume wird schöner aussehen. Jesus sagt: „Schau dir die Lilien auf dem Feld an. Sie sind schöner als König Salomon in all seiner Pracht.“
Für den Menschen der Meditation wird alles völlig neu und frisch, jung und lebendig. Er strahlt Liebe, Mitgefühl und Freude aus.
Osho, The Zen Manifesto: Freedom from Oneself #8
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Disziplin ist uns schon in den Kinderschuhen vermiest worden. „Du musst! Du sollst! Tue das und das auch noch…“ Dabei ist es sehr befriedigend, seine Energie für etwas zu benutzen und Neues zu erforschen. Diszipliniert sein heißt eigentlich, etwas wirklich lernen zu wollen. Meditation ist Offenheit für das Unbekannte und ein ständiger Neuanfang. Ohne Disziplin im ursprünglichen Sinne ist Meditation nicht möglich.
Diszipliniert wie im Pfadfinderlager?
Das Wort „Disziplin“ ist verhökert worden. Im gewohnten Sprachgebrauch bedeutet es Gehorsam. Sie haben die ganze Welt in ein Pfadfinderlager verwandelt. Oben droben sitzt einer, der alles weiß, du brauchst nichts zu lernen, du musst einfach nur gehorchen. Das haben Leute erfunden, deren ganzer Ehrgeiz es ist, wie ein Parasit jeden Tropfen Blut aus dir zu saugen. Sie sagen: „Arbeite. Arbeite hart, sei diszipliniert, folge den Anordnungen – du brauchst nichts zu hinterfragen, denn die Anordnungen kommen von einer höheren Intelligenz als du sie hast…
Disziplin kommt von discere, lernen (discipulus, der Schüler). Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes kommt von der Fähigkeit zu lernen, also empfindsamer zu sein, wachsamer, ernsthafter, authentischer, kreativer zu sein, als man in gewohnten Routinearbeiten ist.
Disziplin ist gut, wenn sie aus der Lust am Lernen kommt, aus deinem Engagement, deiner Hingabe. Dann ist Disziplin etwas, das in dir wie eine wunderschöne Flamme wächst und dein Leben zu ihrem Licht hin ausrichtet.
Arbeit ist wunderbar, wenn sie aus deiner Liebe heraus kommt, wenn sie aus deiner Kreativität entspringt. Dann hat Arbeit eine spirituelle Qualität.
Das Leben ist eine sehr schöne Reise, wenn es in einem konstanten Prozess von Erforschen und Dazulernen ist. Dann ist jeder Moment voller Begeisterung, denn jeder Moment öffnet eine neue Türe, in jedem Moment kommst du in Kontakt mit dem Mysterium.
OSHO, Beyond Enlightenment #18
Nau auf dem Arbeitsmarkt
Selbst-Management
(durch Disziplin im Sinne von Dazulernen)
Die neueste Entwicklung im Arbeitsmarkt sind die Selbst-Manager.
Diese Mitarbeiter sind den kürzlichen Wellen von Stellenabbau begegnet, indem sie durch Dazulernen neue Möglichkeiten suchten und in Kapital verwandelten. Weil diese Mitarbeiter zunehmend über die Fähigkeiten und technologischen Mittel verfügen, sich selbst zu koordinieren – alleine oder im Team – beseitigen sie die Notwendigkeit mehrerer Management Ebenen. Immer mehr leitende Angestellte werden bald herausfinden, dass ihre Jobs überflüssig werden, während die selbst-organisierten Mitarbeiter an der Front höchst wertgeschätzt werden und noch dazu im wahrsten Sinne des Wortes feuerfest sind. Jeder sollte danach streben, sich selbst zu organisieren. Das ist ganz klar die Richtung in die sich das Geschäftsleben hin entwickelt.
Zitat aus dem Gaia Community Newsletter „Good Business“
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