Emotionen haben keinen Wert

Emotionen-liebe

Oft erfüllt mein Herz und mein ganzes Wesen ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann. Das passiert, wenn ich in tiefer Liebe bin. Doch ein ähnliches Gefühl habe ich auch in Angst, Sorge, Schmerz, Hilflosigkeit und Frustration.

„Tatsächlich steckt in den meisten Emotionen etwas Ähnliches:
das Gefühl, überwältigt zu werden. Es mag Liebe sein, es mag Hass sein oder Wut… es kann alles mögliche sein. Wenn eine Emotion zuviel wird, gibt sie dir das Gefühl, von etwas überwältigt worden zu sein. Auch Schmerz und Leiden können die gleiche Erfahrung erschaffen. Jedoch hat Überwältigt-sein keinen Wert, es zeigt nur, dass du emotional bist.

Nicht emotional handeln!

Das Gefühl von Überwältigt-sein ist typisch für eine emotionale Persönlichkeit. Wenn sie wütend ist, dann ist sie es total. Und wenn sie liebt, dann liebt sie vollkommen. Die emotionale Persönlichkeit wird von der Emotion fast betrunken und blind. Jede Handlung, die aus einer Emotion entsteht, ist verkehrt. Sogar wenn es überwältigende Liebe ist, die Handlung, die daraus entsteht, wird nicht richtig sein.

Grundlegend kann man sagen: Wenn du von einem Gefühl überwältigt wirst, dass du dann alle Vernunft verlierst, deine ganze Empfindsamkeit und auch dein Herz dabei verloren geht. Die Emotionen werden wie zu einer dunklen Wolke, in der du dich verlierst. Alles, was du daraus tust, ist verkehrt, was immer es auch sein mag.

Liebe ist keine Emotion

Liebe soll kein Teil deiner Emotionen sein. Normalerweise denken die Leute, Emotion sei Liebe, das ist ihre Erfahrung. Doch alles, was überwältigt, ist sehr instabil. Es kommt wie ein Wind, zieht vorbei und lässt dich leer, verstört, traurig und unglücklich hinter sich zurück.

Menschen, die das ganze Sein des Menschen erkannt haben, also Verstand, Herz und Wesen, sagen: Liebe muss der Ausdruck deines Wesens und nicht etwa eine Emotion sein. Eine Emotion ist sehr zerbrechlich und verändert sich schnell. Einen Moment lang sieht sie so aus, als ob sie alles im Leben sei. Im nächsten Moment bist du aber völlig leer.

Liebe ist Verstehen, Klarheit, Empfindsamkeit und Wachheit

Das erste, was es zu tun gibt, ist, Liebe aus der Menge der überwältigenden Emotionen herauszunehmen. Liebe ist nicht überwältigend. Im Gegenteil, Liebe ist ein tiefes Verstehen, Klarheit, Empfindsamkeit und Wachheit. Doch solch eine Liebe gibt es selten, denn es gibt nur wenige Menschen, die ihr Wesen erreichen.

Du musst deine Liebe aus dem emotionalen Zusammenhang herausnehmen, wo sie seit deiner Geburt steckt. Und du musst einen Weg zu deinem Wesen finden. Außer, deine Liebe wird Teil deines Wesens, ist sie nicht viel anders als Schmerz, Leiden und Traurigkeit. Emotionen werden dir nicht helfen, zu einem integrierten Individuum zu werden. Emotionen werden dir keine Seele aus Granit geben. Du wirst wie Treibholz im Fluss hin- und hergetrieben werden, ohne zu wissen, warum. Emotionen machen den Menschen genauso blind wie Alkohol.“

Osho, Zitat-Auszug aus Om Shantih, Shantih, Shantih, #17

Osho im Original zuhören: Love, an expression of being

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Leiden ist hässlich. Wenn jemand leidet, ist es menschlich, ihm aus dem Leid zu helfen, doch „Du-Armer-Schwarzer-Kater-Sympathie“ hilft ihm nicht. Im Gegenteil, solche Sympathie unterstützt Leiden. Wer Meditation sucht, hält besser Ausschau nach Glückseligkeit, Wahrheit und Bewusstsein…

Glückliche Menschen verdienen Sympathie

Gluecklich-sein

„Schaue dir einmal den Zustand genau an, wenn du unglücklich bist. Du wirst etwas Grundlegendes dabei herausfinden. Unglücklichsein gibt dir Respekt von den Leuten. Die Menschen sind freundlicher zu dir, wenn du traurig bist und sie fühlen mehr mit dir mit. Du hast mehr Freunde, wenn du unglücklich bist.

Die Welt steht auf dem Kopf. Etwas Grundlegendes läuft schief. Nicht die unglückliche Person sollte mehr Freunde haben, sondern die glückliche. Doch sei glücklich und dann sind die Leute auf dich eifersüchtig, sie sind keine Freunde mehr. Sie fühlen sich betrogen. Du hast etwas, was sie nicht haben können.

Lernen, glücklich zu sein

Über die Jahrhunderte hinweg haben wir diesen subtilen Mechanismus gelernt: Glücklichsein zu unterdrücken und Unglücklichsein auszudrücken. Jemand, der meditiert, wird diesen ganzen Mechanismus loslassen. Du musst lernen, wie du glücklich sein kannst und du musst lernen, glückliche Menschen wertzuschätzen. Erinnnere dich daran, glücklichen Menschen mehr Aufmerksamkeit zu geben.

Das ist ein großer Dienst an der Menschheit. Sympathisiere nicht mehr so sehr mit Menschen, die unglücklich sind. Wenn jemand leidet, dann helfe ihm, doch sympathisiere nicht mit ihm. Vermittle ihm nicht das Gefühl, dass sich Leiden lohnt. Lasse ihn wissen, dass du ihm helfen wirst, jedoch „nicht weil ich dein Unglück schätze, sondern weil du leidest.“ Du tust also nichts anderes, als den Menschen von seinem Unglück zu befreien, denn Leiden ist hässlich. Lass die Person fühlen, dass Leiden hässlich ist und dass Unglücklichsein keine tugendhafte Eigenschaft ist.

Drei Eigenschaften von Göttlichkeit

Sei glücklich, schätze Fröhlichkeit und helfe den Menschen zu verstehen, dass Glück das Ziel im Leben ist. Östliche Mystiker haben gesagt, Göttlichkeit habe drei Eigenschaften:

• Wahrheit und Sein (Sat),
• Bewusstheit und Bewusstsein (Chit) und schließlich
• den Höhepunkt – Glückseligkeit (Anand).

Wo immer jemand glücklich ist, da ist Göttlichkeit zuhause. Wenn du einen glücklichen Menschen siehst, dann achte ihn mit Ehrfurcht, er ist heilig. Wann immer ein Treffen von Menschen festlich und glücklich ist, dann bist du an einem heiligen Ort.“
Osho, Zitat aus The Book of Wisdom #20

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Lieben fällt nicht leicht und enthüllt grausamst die sonst so gut versteckten Seiten der Persönlichkeit. Deshalb ist sie ja so wunderbar!

Eine intime Beziehung befriedigt

Tipps

Es gibt viele Leute, die die Liebe vermeiden nur um auf der sicheren Seite des Lebens zu stehen. Es gibt Leute, die sich auf keine Beziehung einlassen wollen, denn sie wissen, sobald sie sich anvertrauen und dem anderen näher kommen, dann beginnt das Kämpfen, der Widerstand und all die anderen hässlichen Dinge.

Wozu das alles? Höchstens sind sie noch an einer sexuellen Beziehung interessiert, aber nicht an Intimität und Nähe.

Nur wenn eine Beziehung voller Nähe ist und tief geht, wirst du wissen, was Beziehung ist. Eine sexuelle Beziehung ist ein oberflächliches Zusammensein und wird dich niemals befriedigen. Diese Dinge wie Ärger und Widerstände gegen den anderen sind natürlich.

Man muss sie akzeptieren und nach und nach über sie hinaus gehen.

Osho, Beloved of my Heart

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Wahrheit tut weh. Wir haben uns alle möglichen Schutzhüllen zugelegt, um uns vor dem Schmerz zu bewahren – ohne zu ahnen, dass hinter dem Schmerz das wahre Glück steckt. „Am Anfang ist die Wahrheit bitter, am Ende süß“, sagt Buddha. Meditation bedeutet, sich der Wahrheit in diesem Moment zu stellen.

Wahrheit befreit

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„Der Mensch hat um sich herum viele Schockdämpfer geschaffen. Du wirst niemals frei sein, wenn du diese Schutzhüllen nicht fallen lässt. Nur die Wahrheit befreit. Am Anfang schockiert die Wahrheit sehr – doch das ist nun einmal so, so sind die Dinge. So funktioniert die Natur. Du musst dich für alle Schocks im Leben öffnen und verletzlich machen. Es wird weh tun, es wird dich verletzen und du wirst weinen. Du wirst das Leben verdammen. Aber nach und nach wirst du sehen, dass die Wahrheit die Wahrheit ist und dass es keinen Sinn hat, sich dagegen aufzulehnen. Wenn sich die Wut gegen das Leben einmal gelegt hat, enthüllt die Wahrheit ihre eigene Schönheit. Die Wahrheit befreit.

Es wird dich erschrecken, es macht Angst, doch das ist der einzige Weg, zu wachsen. Wachstum geschieht in Einklang mit der Realität und nicht gegen sie. Wenn du einmal die Wirklichkeit gespürt hast, wie sie ist, wirst du dir nie mehr Schockdämpfer um dich herum erschaffen.“
Osho, Auszug aus The Book of Wisdom #12

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Beziehungen sind deshalb oft so schwierig, weil sich die negativen Eigenschaften des Mannes mit den negativen der Frau verbinden und umgekehrt. Die gleiche Energie der beiden Partner könnte auch positiv gelebt werden, wenn der Mann in seine natürliche Männlichkeit gehen würde und die Frau in ihre positive Weiblichkeit. Dann wird Beziehung zu einem erfüllenden Abenteuer, dann wird Liebe zu Meditation.

Die positiven Eigenschaften von Männlichkeit

Maennlich-weiblich-qualitae

„Männlichkeit kann zwei Richtungen haben, genau wie Weiblichkeit auch. Der männliche Verstand kann angriffslustig, gewalttätig und zerstörerisch sein. Die Männer haben diese Seite gelebt und die Menschheit hat dadurch viel gelitten. Wenn Männer in diese negative Seite ihrer Männlichkeit gehen, dann fallen die Frauen natürlicherweise in die negative Seite der Weiblichkeit, um mit den Männern sein zu können. Sonst wäre der Gegensatz nicht zu überbrücken. Die Frauen werden also passiv, lethargisch und gleichgültig. Negative Männlichkeit kann sich nur mit negativer Weiblichkeit verstehen.

Positive Männlichkeit:
Kreativität, Initiative, Abenteuerlust

Doch es gibt noch die positive Seite. Nichts kann nur negativ sein, alles hat auch einen positiven Gesichtspunkt. Die positive Seite der Männlichkeit ist Kreativität, Initiative und Abenteuerlust. Es sind die gleichen Attribute wie die negativen, nur in einer höheren Ebene gelebt. Der negative männliche Verstand wird zerstörerisch, der positive kreativ. Zerstören und Erschaffen sind zwei Aspekte einer einzigen Energie. Die gleiche Energie, die angriffslustig und aggressiv ist, kann zu Initiative werden. Dann hat Aggressivität eine ihr eigene Schönheit. Wenn Gewalttätigkeit Abenteuerlust wird, wenn Gewalt zu Forschergeist wird, die Kraft, Neues und Unbekanntes zu erforschen, dann ist das allen ungeheuer dienlich.

Positive Weiblichkeit:
Empfänglichkeit, Loslassen können und Energie sammeln

Das gleiche gilt für die weiblichen Qualitäten. Antriebslosigkeit ist negativ, Empfänglichkeit ist positiv. Sie sehen sich ähnlich, du wirst genau hinschauen müssen, um den Unterschied wahrzunehmen. Empfänglichkeit heißt willkommen, sie wartet ab und ist andächtig. Empfänglichkeit ist ein Gastgeber oder eine Gebärmutter. Antriebslosigkeit ist einfach nur Abgestumpftheit, Tod und Hoffnungslosigkeit. Da gibt es nichts, auf was zu warten wäre, nichts ist zu erhoffen, nichts wird jemals geschehen. Gleichgültigkeit und Lethargie sind Gift.

Doch genauso kann Gleichgültigkeit auch zur gesunden Loslösung von den Dingen werden. Gleichgültigkeit und losgelöst sein sehen gleich aus, sind es aber nicht. Gleichgültigkeit hat einfach kein Interesse. Sich von den Dingen zu lösen, ist keine Abwesenheit von Interesse, sondern das Gegenteil. Es ist totales Interesse und hat nur noch die Fähigkeit zusätzlich, sich nicht anzuklammern. Genieße den Moment, solange etwas besteht und wenn der Moment zu verschwinden beginnt – so wie das mit allem ist – dann lasse los. Das ist Loslösung.

Lethargie ist ein negativer Zustand. Man liegt wie ein Lehmklumpen da, ohne die Möglichkeit zu haben, zu wachsen und zu erblühen. Die gleiche Energie kann zu einem großen Pool von Energie werden. Sie geht nirgendswohin, sie unternimmt nichts, doch sie erhöht und vermehrt sich. Positive Weiblichkeit ist nicht lethargisch, sondern wie ein großes Becken vollgefüllt mit Energie. Während sich die Energie ansammelt und ansteigt, geht sie durch viele qualitative Veränderungen.

Ein abenteuerlustiger Mann mit einer Frau voller Energie

Ein wirklich maskuliner Mann muss abenteuerlustig und kreativ sein und so viele Initiativen wie möglich ergreifen. Die Frau soll das Energiereservoir hinter ihm bilden, damit so viel Energie wie möglich für das Abenteuer bereit steht. Die Energie wird benötigt, damit es voller Inspirationen sein kann und auch eine sensible Komponente mit dabei ist. Die abenteuerliche Seele kann sich in der Frau entspannen und wird wieder mit Leben aufgefüllt und erneuert.

Mann und Frau werden zu einer Einheit, wenn sie beide mit ihren positiven Eigenschaften zusammen sind. Die wahre Beziehung – und davon gibt es nicht viele – ist eine, in der sich ein Partner mit dem anderen in einer positiven Weise verbindet. Dann wird das Zusammensein zu Meditation. Dann ist es ein wirklich großartiges Abenteuer, zusammen zu sein.“
Osho, Auszug aus Book of Wisdom, #8

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Drei Arten von Liebe

Dezember 5, 2008

Liebe beginnt innig und wird irgendwann zu Eifersucht, Unterdrückung, Machtkampf und Hass. Oder die Partner leben unabhängig voneinander hin. Die dritte Version ist die Türe zum Paradies…

Zwei Körper, eine Seele

Interdependenz-lieben

Liebe kann drei Dimensionen haben.

1. Eine ist die der Abhängigkeit. Diese Art von Liebe ist bei den meisten Menschen vorrangig. Der Mann ist von der Frau abhängig und die Frau von dem Mann. Sie nutzen einander aus, dominieren sich, sind besitzergreifend und betrachten den anderen als Gegenstand. Das passiert zu 99 Prozent in den Beziehungen der Welt. So öffnet die Liebe, die eigentlich das Tor zum Paradies ist, nur die Tore zur Hölle.

2. Die zweite Möglichkeit ist, die Liebe zweier unabhängigen Menschen. Das passiert auch manchmal. Eine solche Liebe bringt zwar auch Leiden mit sich, denn dann gibt es dauernd Konflikte. Keine Anpassung ist möglich. Beide sind so unabhängig und keiner ist zu einem Kompromiss bereit oder dazu, sich an den anderen anzupassen.

Dichter, Künstler, Philosophen, Wissenschaftler, diejenigen, die in einer Art Unabhängigkeit leben – zumindest in ihren Köpfen – sind Menschen, mit denen man unmöglich zusammen leben kann. Sie sind zu egozentrisch. Sie geben dem anderen Freiheit, doch sieht deren Freiheit mehr wie Gleichgültigkeit aus, so als ob es ihnen egal wäre, was passiert. Sie lassen sich gegenseitig in ihrer eigenen Welt. Die Beziehung ist nur oberflächlich, denn sie fürchten sich davor, miteinander tiefer zu gehen. Sie sind mehr an ihrer eigenen Freiheit interessiert als an Liebe und sie wollen keine Kompromisse machen.

3. Die dritte Möglichkeit der Liebe ist die von Interdependenz. Das passiert sehr selten, doch wenn es geschieht, dann fällt ein Teil des Paradieses auf die Erde. Zwei Personen, die weder abhängig, noch unabhängig sind, sondern sich in einem unglaublichen Gleichklang befinden, so, als würden sie füreinander atmen, eine Seele in zwei Körpern…

Wenn das passiert, geschieht Liebe. Nur das kann man Liebe nennen. Die anderen zwei sind keine wirkliche Liebe, sie sind mehr Abmachungen – soziale, psychologische, biologische Absprachen. Das dritte ist spirituell.
Osho, The Book of Wisdom #12

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Für verletzte Herzen

November 5, 2008

Beziehungen sind eine Quelle für Verwundungen und Herzschmerzen. Der Partner sagt oder tut etwas und der Schmerz darüber scheint nicht zu ertragen zu sein. Ist er doch! Im Folgenden eine intensive, hilfreiche Meditationstechnik für verletzte Herzen.

Türe zu und Schmerz zulassen

Tipps

Zuerst musst du mit dir beginnen. Wenn du dich unglücklich fühlst und leidest, dann lass das zu deiner Meditation werden. Schließe deine Türe und setze dich still hin. Fühle zuerst die Verletzung so tief wie möglich. Fühle deinen Schmerz. Jemand hat dich beleidigt. Der normale Weg, den Schmerz zu vermeiden, ist zu der Person zu gehen und sie ebenfalls zu beleidigen, dann beschäftigst du dich mit ihr und nicht mit deinem eigenen Leid. Das ist keine Meditation.

Wenn dich jemand beleidigt, sei ihm dankbar dafür, denn er gibt dir die Gelegenheit, eine tiefe Wunde zu fühlen. Mache also die Türe hinter dir zu, sitze still, ohne Ärger auf die Person, aber mit totaler Aufmerksamkeit für das Gefühl, das in dir aufsteigt. Das Gefühl eines Schmerzes, den du bisher abgewehrt hast. Du wirst überrascht sein, dass dann nicht nur die Person da sein wird, die dich gerade verletzt hat, sondern du wirst dich an alle Männer und Frauen erinnern, die dich jemals beleidigt haben. Du wirst dich nicht nur an alle erinnern, du wirst alle Verletzungen noch einmal erleben. Du wirst in eine Art Kindlichkeit zurückfallen. Fühle die Verletzung, fühle den Schmerz und vermeide ihn nicht.

Das erste ist also, die Türe zu schließen und jede Art von Beschäftigung sein zu lassen. Kein Fernsehen, kein Computer, kein Buch. Höre mit jeder Beschäftigung auf, denn Beschäftigung ist eine subtile Droge. Sei einfach still und total alleine. Bete noch nicht einmal, denn auch das ist eine subtile Droge, du bist mit Gott beschäftigt und kannst vor dir selbst entfliehen.

Herzschmerz in Freude verwandeln
Sei einfach wie du bist. Wie groß auch immer das Leiden ist und was immer dein Leid ist, lass es einfach sein. Die erste Erfahrung ist von totaler Intensität. Es wird schwierig sein und Herz zerreißend. Vielleicht beginnst du wie ein Kind zu weinen oder du rollst dich vor Schmerz auf dem Boden, dein Körper beginnt vielleicht zu zucken. Vielleicht wird dir bewusst, dass der Schmerz nicht nur im Herzen, sondern im ganzen Körper sitzt. Dass dein ganzer Körper nichts als Schmerz ist.

Wenn du das erfahren kannst, das ist das sehr bedeutsam. Dann beginne den Schmerz in dich aufzunehmen. Werfe ihn nicht von dir. Leiden ist so eine wertvolle Energie, wirf sie nicht weg. Absorbiere den Schmerz, trinke ihn, akzeptiere ihn, heiße ihn willkommen, fühle dich dankbar. Und sage dir: „Dieses Mal werden ich ihn nicht vermeiden, dieses Mal werde ich ihn nicht von mir weisen, dieses Mal werde ich ihn trinken, zu mir nehmen und ihn wie einen Gast willkommen heißen. Dieses Mal werde ich ihn verdauen.“

Es mag ein paar Tage dauern, bis du alles verdauen kannst, doch an dem Tag, an dem der Schmerz verdaut ist, bist du auf eine Tür gestoßen, die dich weit bringen wird. Eine neue Reise hat dann für dich begonnen, du bewegst dich in einer völlig neuen Art und Weise. Denn in dem Moment, in dem du Schmerz annimmst, ohne ihn irgendwie von dir zu weisen, verwandelt sich seine Energie und Beschaffenheit. Er ist dann kein Schmerz mehr.

Du wirst total überrascht sein, du wirst es nicht glauben können, denn es ist einfach unglaublich. Man kann es nicht glauben, dass Leiden in Ekstase verwandelt werden kann, dass Schmerz zu Freude werden kann.
Osho, The Book of Wisdom #5

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Vom Stress zur Entspannung

Meine Frau ist sehr gegen logisches Denken eingestellt. Sie nennt jedes vernünftige Überlegen eine „Rationalisierung“. Was ist eine Rationalisierung?

Ein Mann spricht vom Verstand, die Frau vom Herzen

Tipps

Ich kann deine Schwierigkeit verstehen. Vernunft ist männlich, Emotion weiblich. Daher kommen die Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen einem Mann und einer Frau, zwischen einem Ehemann und einer Ehefrau. Sie schreien sich an, doch was sie sagen, erreicht den Anderen nicht. Denn die Art, wie sie die Dinge verstehen, ist völlig verschieden.

Im Grunde ist ihre Unterschiedlichkeit genau die Ursache dafür, dass sie sich für einander interessieren und zu einander hingezogen fühlen. Sie sind das genaue Gegenteil, wie der positive und der negative Pol in der Elektrizität. Sie werden zueinander hingezogen. Aber weil sie so unterschiedlich sind, ist die Kommunikation sehr schwierig, ja fast unmöglich. Der Mann spricht vom Kopf und die Frau vom Herzen. Das sind zwei so verschiedene Sprachen wie chinesisch und deutsch. Da gibt es keine Kommunikation.

Sentimentalität ist eine Emotion, die zur Manipulation benutzt und mit einer Absicht geschaffen wird. Rationalisierung ist ähnlich. Es ist die Manipulation von Logik, genau wie Sentimentalität die Manipulation von Emotionen ist. Wenn du rational bist, wirklich rational, dann wirst du zum Wissenschaftler. Wenn du wirklich emotional bist, wirst du zum Dichter. Das sind schöne Zustände. Es wird trotzdem keinen Dialog zwischen den beiden geben, doch es wird leichter sein. Mit Rationalisierung und Sentimentalität ist es schwierig sich zu verstehen, doch mit Logik und Emotion geht es leichter. Bei letzteren entsteht Mitgefühl füreinander, eine Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen. Der rationale Mann wird versuchen, den Standpunkt der Frau rational zu verstehen und die Frau wird versuchen, den Mann emotional zu verstehen und das Mitgefühl füreinander wird beständig sein.

Wenn du wirklich mit deiner Frau kommunizieren möchtest oder eine Frau möchte sich mit ihrem Mann austauschen, dann ist der einzige Weg der, dass Logik und Emotion, verschwinden. Beide Partner sollten meditativ werden. Meditation ist weder Logik noch Emotion, sie geht darüber hinaus, sie geht über die Polarität hinaus. Sie ist überirdisch. Meditation ist weder vom Kopf, noch vom Herzen. Die einzige Möglichkeit für einen Mann und eine Frau sich auszutauschen, ist durch Meditation. Sonst gibt es keine Möglichkeit.

Der erste Schritt ist also: Lasse alle Rationalisierungen und Sentimentalitäten fallen. Der zweite Schritt folgt darauf: Lasse die Logik und die Emotionen ebenfalls gehen. Und dann, in diesem Zustand von Verzückung – von Meditation -, entsteht Kommunikation. Diese Vereinigung ist ein Gebet. Wenn du in dieser Vereinigung „Du“ sagst, dann ist da keine Frau, sondern nur Göttlichkeit. Dann gibt es keinen Mann, sondern nur Göttlichkeit.

Osho, The Perfect Master #2

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Das, was wir an unserem Partner nicht mögen, liegt an der Art, wie wir selbst erzogen worden sind. Es sind unsere eigenen Vorstellungen, die das Leben miteinander erschweren und nicht die Eigenarten des Partners.

Liebe umfasst jede Eigenart

Tipps

Nimm jeden so an, wie er ist. Stelle keine Forderungen, dass er oder sie irgendeines deiner Ideale oder Konditionierungen erfüllen soll. Dass er oder sie nach deinen Vorlieben sein sollen. Das ist nicht der Weg der Liebe. Das ist noch nicht einmal der Weg von Menschlichkeit.

Liebe akzeptiert den Anderen wie er ist.

Wenn sich jemand vollständig angenommen fühlt, dann verursacht das große Veränderungen in ihm. Aber die Veränderungen können nicht eingefordert werden. Sie passieren von selbst.
Osho, The New Dawn

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Im Folgenden eine tantrische Meditationstechnik, die heilend auf viele Arten von Stress wirkt – zum Beispiel auf Beziehungsstress. Man kann sie wunderbar auch gemeinsam machen.

Tiefer Frieden in der Brust

Tipps

Egal in welcher Position du dich befindest, erfülle den Raum zwischen den Achseln mit großem Frieden.

Diese Technik bringt große Entspannung mit sich, die völlige Hingabe. Wenn du weißt, wie du entspannen kannst, dann stört dich nichts mehr. Wenn du dich nicht entspannen kannst, dann empfindest du alles als Störung.

Du kannst dich den ganzen Tag über an den Frieden in deiner Brust erinnern – beim Warten, beim Fernsehen, im Auto … Die folgende Anleitung ist geeignet, tiefer in die vielen Ebenen der Methode zu sehen. Praktiziere sie nach Anleitung täglich eine halbe Stunde lang, über mehrere Tage hinweg. So bekommst du ein gutes Gefühl für die Technik und es wird leichter fallen, sich im Alltag zu erinnern. Wenn es dir hilft zu entspannen, höre währenddessen sanfte Musik.

–> Die genaue Anleitung zu dieser Osho Meditation aus dem Tantra kann man hier nachlesen