Tipps

„Empfänglichkeit ist die wahre Bedeutung von Verehrung.
Die Verehrung eines Menschen sollte nicht auf Ritualen beruhen oder formal sein,
denn dadurch wird man einen Menschen der Meditation nicht verstehen können.
Die Verehrung sollte echt sein, in diesem Moment.
Du solltest für alles empfänglich sein, was der Mensch,
den du verehrst, anbietet.
Der Meister möchte nichts von dir haben,
er bietet sich nur an.
Du solltest ihm erlauben,
in dein innerstes Sein vorzudringen,
in deinen inneren Raum,
und ihn mit seinem Licht erfüllen,
mit seinem Tanz und seinem Lied.
Das ist die wahre Verehrung.“

Osho – Zitat-Auszug aus The Zen Manifesto: Freedom from Oneself #2

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Der Weg der Meditation ist nicht immer einfach und die Falle, sich etwas vorzumachen, steht einladend offen. Der Sucher möchte wach bleiben und das fällt mit einem Meister leichter. Gibt es Perfekte Meister auch heutzutage zu finden?

Perfekte Meister gibt es zu jeder Zeit

Tipps

Die Welt ist immer voller Meister. Es gibt keine Begrenzung oder eine feste Anzahl. Meister passieren zu jeder Zeit. Die Leute sind nur blind und taub. Es schmerzt, zu wissen, dass man blind ist. Deshalb glauben die Leute lieber an bestimmte Theorien – dass es im Ganzen nur 24 Meister auf der Welt gab, wie es die Jainas (indische Sekte) denken, oder es nur 10 Meister gab, wie in der hinduistischen Religion. Die Christen glauben nur an einen, Jesus Christus. Nur er ist ein Perfekter Meister, sonst keiner.

Wie sollst du also dann heute noch einen Perfekten Meister für dich finden?

Du denkst, wenn du den Perfekten Meister für dich nicht gefunden hast, dann sei das nicht deine Verantwortung. Meister würden nur ab und zu passieren und in dieser Zeit gebe es eben keine. Es sei nicht deine Schuld, dass du ihn nicht gefunden hast. Du hast dafür keine Verantwortung, meinst du.

Ich aber sage:
Perfekte Meister gibt es immer. Genauso wie es immer Rosen und Lotusblüten gibt. Du musst einfach nur deine Augen aufmachen.

OSHO, The Perfect Master #1

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Ein Meister ist Meister über sich selbst

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Diogenes und die Diebe

Eines Tages wurde Diogenes von Dieben gefangen, die ihn zum Sklavenmarkt brachten. Diogenes war ein sehr schöner kräftiger Mann, es gibt nur wenige Menschen mit vergleichbarer Schönheit.
Ein Meister steht zum Verkauf!

Die Diebe stellten ihn auf den Sklavenstand und boten ihn zum Verkauf an. Diogenes stand unbeteiligt dort, lächelte, summte ein Liedchen vor sich hin und war völlig unberührt von dem, was um ihn herum geschah.

Da sah er einen jungen Mann in der Menge, einen reichen Mann, wie seine Kleider verrieten. Dieser stand ziemlich abwesend dort, womöglich war er betrunken. Er stand fast wie im Schlaf in der Menge, er sah niedergeschlagen und traurig aus. Ein schweres Leid umgab ihn.

Diogenes sagte zu den Dieben, die ihn zum Sklavenmarkt gebracht hatten: „Verkauft mich an diesen Mann. Er sieht aus, als ob er einen Meister gebrauchen könnte.“

Die Autorität eines Meisters

Meister ihres Wesens

Jesus, Diogenes, Buddha, Mahavir, sie alle haben ihre eigene Autorität. Sie sind Meister ihres eigenen Wesens.
Du bist hier, um du selbst zu sein

Sei dir selbst eine Autorität. Du bist nicht hier, um irgendjemandem zu folgen. Du bist hier, um du selbst zu sein. Der tiefste, innere Kern deines Wesens gibt dir die Autorität für alles, was du tust. Solange du keine eigene Klarheit und Gewissheit hast, wirst du in die Irre gehen. Mal wirst du diesem und mal jenem folgen. So wirst du nicht wirklich erfüllt und glücklich sein.
Osho,  Zitat-Auszug aus Come Follow Yourself, Vol 3, #5

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Das eigene Zentrum finden

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Deine Haltung zu verbalen Lehren der Buddhas
und der großen Meister
muss genauso feindlich gesinnt sein,
wie zu einem Todfeind.

Zen Weisheit

„Das bedeutet, du sollst nicht den Worten glauben, sondern nach Erfahrung suchen. Das Wort mag von einem der größten Meister kommen, deswegen ist es jedoch immer noch nur ein Wort. Wie auch immer sich Buddha gefunden haben mag, das was ihn unterstützt und genährt hat ist nicht deine Nahrung. Wenn er seinen Durst gelöscht hat, dann kann er nichts anderes sagen als „Wasser hat mir geholfen, den Durst zu löschen“. Du kannst ‚H2O’ als dein Mantra wiederholen, doch dein Durst wird nicht gelöscht werden.

Den innersten Kern selbst finden

Zen sagt: Betrachte alle großen Worte und großen Lehren als deinen Todfeind. Vermeide sie, denn du musst deine eigene Quelle finden. Du darfst kein Mitläufer sein oder den Meister imitieren. Du musst ein ursprüngliches Individuum sein. Du musst deinen innersten Kern selbst finden, ohne Anleitung von Lehrbüchern.

Verzehrende Suche

Die Nacht ist dunkel, doch mit dem intensiven Feuer der Suche wirst du auf jeden Fall zum Sonnenaufgang kommen. Jeder, den diese feurige Suche verbrannt hat, hat den Sonnenaufgang gefunden. Die anderen glauben nur. Diejenigen, die glauben, sind nicht religiös, sie vermeiden nur das große Abenteuer von Religion, indem sie glauben.

Alles für das Unbekannte riskieren

Die Welt der Religion ist nicht die Welt von Geschäftsmännern. Sie ist die Welt von Spielern, die alles für das Unbekannte riskieren. Der Suchende weiß nicht, was passieren wird. Ein religiöser Mensch ist einer, der alles für ein unbekanntes Ergebnis aufs Spiel setzt. Man lässt alle Schriften und die Worte der großen Meister gehen, und wendet sich nach innen, ohne einen Führer, ohne eine Landkarte, ohne einen Gefährten, völlig alleine, auf einem Weg, den niemand anders je gegangen ist. Dein innerer Weg ist dein Weg. Niemand sonst kann auf ihm gehen.“

Osho, Zitat-Auszug aus Turning In #6

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Buddha war ein wahrer Meister, die Inhalte von Meditation verständlich zu machen. In seinen einfachen Geschichten wird alles gesagt, man braucht eigentlich nur wirklich zuzuhören…

Meditation bedeutet sehen
(nicht reden)

Blinde-elefant-buddha

„In dem Hofstaat eines Königs begannen die Gelehrten über Göttlichkeit zu debattieren. Der König war kein normaler König, er war ein echter König – ein König der inneren Welt. Sein Königreich im Außen war ihm nur durch einen Zufall gegeben worden.

Damals lag ein großer König im Sterben. Er hatte keinen Sohn. Noch vor seinem Tod verfasste er seinen letzten Willen, dass, wer auch immer am nächsten Morgen als erstes die Stadt betrete, König werden sollte.’ Es war nur ein Zufall, dass dieser meditierende Mann der erste war, der durch das Tor ging. Er wurde also König. Schon vorher war er König seiner inneren Welt geworden.

Was ist ein Elefant?

In seinem Hofstaat diskutierten die Gelehrten über Göttlichkeit. Der König lachte und sagte: „Passt einmal auf, sammelt alle blinden Leute in der Stadt“. Das geschah und der König fragte die Blinden: „Wisst ihr, was ein Elefant ist?“ Und sie antworteten: „Ja“.

Dann gab es eine große Diskussion. Der eine Blinde sagte „Ein Elefant sieht so aus,“ ein anderer sagte: „Ein Elefant sieht doch so aus…“ Ihre Aussagen widersprachen sich völlig. Einer der Blinden hatte nur den Körper berührt, der andere hatte das Ohr angefasst, der dritte nur das Bein getastet… und so weiter. Ihre Beschreibungen waren so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann.

Was ist Göttlichkeit?

Der König sagte zu seinen Gelehrten: „Hört zu, diese blinden Leute können sich nicht darüber einigen, was ein Elefant ist. Sie haben alle etwas vom Elefant wahrgenommen – und ihr? Die Blinden haben zumindest etwas von einem Elefanten berührt… doch ihr habt noch nicht einmal einen Teil von Gott mitbekommen und streitet euch darüber. Ihr seid blinder als diese blinden Leute. Was ihr auch sagt, es ist alles Unsinn. Ihr könnt die Heiligen Schriften zitieren, doch das hilft nicht.

Nur sehen hilft!

Du weißt überhaupt nichts, außer du hast Göttlichkeit wirklich gesehen.“

Osho, Zitat-Auszug aus The Perfect Master Vol.2 #1

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Meister arbeiten auf komische Weise, um die Suchenden zu Erkenntnissen zu bewegen. Ein alter Meister versteckt sich im Himalaya, bis der Schüler voller Erschöpfung die Suche nach ihm aufgibt. Der Hilfesuchende findet ihn nicht, er bekommt keine Hilfe. In dem Moment völligen Loslassens geschieht Erkenntnis, Meditation.

Erschöpfung und Meditation

Suche-meditation

„Ein Mann war sehr an Selbsterkenntnis und Meditation interessiert. Seine ganze Suche richtete sich darauf, einen Meister zu finden, der ihm Meditation lehren würde. Er ging von einem Meister zum nächsten, doch nichts passierte.

Jahre gingen vorbei, er war müde und zutiefst erschöpft. Dann sagte ihm eines Tages irgendjemand: „Wenn du einen wirklichen Meister finden willst, dann musst du in den Himalaya gehen. Dort lebt ein alter Meister in einem unbekannten Teil der Berge. Du wirst ihn suchen müssen. Eines ist sicher, es gibt ihn und er ist dort. Niemand weiß genau wo, denn er geht immer noch tiefer in die Berge hinein, wenn ihn jemand gefunden hat.“

Suche nach einem Meister ohne Adresse

Der Sucher wurde langsam alt, deshalb nahm er seinen ganzen Mut zusammen und bereitete sich auf den Weg vor. Um das Geld für die Reise zu verdienen, musste er zwei Jahre lang arbeiten. Dann ging es los. Er ritt auf Kamelen und Pferden und dann ging es zu Fuß weiter. Irgendwann erreichte er den Himalaya. Die Leute sagten: „Ja, wir haben von dem alten Mann gehört. Er ist sehr alt, man weiß nicht genau, wie alt er wirklich ist, vielleicht 300 Jahre oder sogar 500 Jahre alt. Keiner weiß es genau. Er lebt irgendwo, den Ort können wir dir nicht beschreiben. Keiner weiß genau, wo du ihn finden kannst, doch es gibt ihn. Wenn du ihn intensiv genug suchst, dann wirst du ihn finden.“

Erfolglose Suche, zu Tode erschöpft

Der Mann suchte und suchte und suchte. Zwei Jahre lang trieb er sich im Himalaya herum. Er war müde und erschöpft, zu Tode erschöpft. Er lebte von wilden Früchten, Gras und Blättern. Er war ganz abgemagert. Aber er war immer noch entschlossen, diesen Mann zu finden. Selbst wenn es ihn umbringen würde, das war es wert. Und tatsächlich: Eines Tages sah er eine kleine Grashütte. Er war so müde, dass er nicht einmal mehr fähig war, zu laufen. Er kroch zur Hütte. Es gab keine Tür. Er schaute hinein, es war niemand darin. Nicht nur, dass niemand in der Hütte war, sondern es sah auch noch so aus, als ob schon seit Jahren niemand mehr in der Hütte gelebt hatte.

Die Wendung: „Ich gebe auf!“

Du kannst dir vorstellen, was mit dem Mann passierte. Er fiel zu Boden. Aus tiefer Erschöpfung sagte er: „Ich gebe auf.“ So lag er da, er fühlte die Sonne und die kühle Brise, die vom Himalaya kam. Zum ersten Mal war er so glücklich, wie er sich noch nie vorher gefühlt hatte. Plötzlich fühlte er sich voller Licht. Plötzlich verschwanden alle Gedanken, plötzlich war er in eine andere Wahrnehmung getragen und das völlig ohne Grund, denn er hatte nichts getan.

Da wurde ihm plötzlich bewusst, dass sich jemand über ihn gebeugt hatte. Er öffnete die Augen. Es war ein sehr alter Mann.
Der alte Meister lächelte und sagte: „Du bist also gekommen. Willst du mich etwas fragen?“
Der Mann sagte: „Nein“.
Da lachte der alte Mann, es war ein tiefes Lachen aus dem Bauch heraus, das im ganzen Tal widerhallte. Er sagte: „Weißt du jetzt, was Meditation ist?“
„Ja.“

Aufgeben führt zum Grunde des Wesens

Was war geschehen? „Ich gebe auf“ – dieser Satz war aus dem tiefsten Grunde des Wesens gekommen. Genau durch dieses völlige Aufgeben verschwanden alle zielgerichteten Anstrengungen und Bemühungen. „Ich gebe auf.“ In diesem Moment war der Sucher nicht mehr die gleiche Person gewesen. Das Glück regnete auf auf ihn herab. Er war still, er war ein Niemand, und er berührte die letztendliche Schicht von Nicht-Sein in sich. Da wusste er, was Meditation ist.“

Osho, Zitat-Auszug aus The Book of Wisdom #9

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Die Kunst des Zuhörens

März 2, 2009

Die Abend Meditation ist eine der vielen aktiven Meditationstechniken. Diese Meditation kann jeder Meditierende ganz einfach für sich selbst organisieren – erst tanzen, dann still sein und schließlich den Worten (s)eines Meisters in Stille zuhören. Mehr über die Abendmeditation.

Abend-meditation

„Mein Sprechen ist im Grunde eine Brücke zur Meditation. Niemals zuvor wurde das gesprochene Wort auf diese Weise gebraucht. Ich spreche nicht, um dir Informationen zu geben, sondern um deinen Verstand zur Ruhe zu bringen.“

Worte, um Stille zu erzeugen

„Ich gebrauche Worte, um Pausen der Stille zu erzeugen. Die Worte sind untergeordnet. Deshalb kann ich mir auch selbst widersprechen oder absurde und zusammenhanglose Dinge sagen, denn mein einziges Anliegen sind diese stillen Pausen. Das Wichtige ist die Stille zwischen den Worten, nicht die Worte selbst. Auf diese Art kannst du einen ersten Einblick in Meditation bekommen. Und wenn du einmal gemerkt hast, dass du dazu fähig bist, bist du schon auf dem Weg zu dir selbst.“

Der Verstand wird ausgetrickst…

„Ich rede zu dir und mitten im Satz, während du auf das nächste Wort wartest, kommt nichts als Stille. Dein Verstand hört zu, ist gespannt, wartet auf das nächste Wort. Ganz automatisch wird er still. Was kann der arme Verstand denn auch machen? Wenn du vorher wüsstest, an welchem Punkt ich still bin, wenn es von vornherein klar wäre, an dem und dem Punkt bin ich still, dann würdest du weiter denken und könntest nicht still sein. Dann wüsstest du genau: ‘An diesem Punkt wird er nichts sagen, aber jetzt kann ich ja noch ein bisschen denken und innere Selbstgespräche führen.’ Doch so läuft es nicht. Es kommt völlig unverhofft. Selbst ich weiß nicht, warum ich an einem bestimmten Punkt innehalte.“

Die Kunst lernen und im Alltag praktizieren

„Wenn du mit mir dorthin gelangen kannst, dann bist du auch alleine dazu fähig, denn ich bin nicht die Ursache. Du mußt nur verstehen, wie es funktioniert: Während du mir zuhörst, legst du deinen Verstand beiseite.“

Offen dem Leben zuhören

„Wenn du dem Rauschen des Meeres zuhörst, oder einem Gewitter oder dem Prasseln eines Regengusses, dann leg dein Ego beiseite, denn du brauchst es jetzt nicht. Das Meer wird dich nicht angreifen und der Regen und die Bäume auch nicht. Du brauchst dich nicht vor ihnen zu schützen. Sei einfach offen für das Leben und für die ganze Existenz. Dann werden diese Momente immer öfter kommen. Und bald wird dein ganzes Leben diese Qualität annehmen. Wo immer du auch bist, zu Hause, bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin – du kannst jedes Geräusch und sogar Lärm dazu nutzen, nach innen in einen Raum der Ruhe und Stille zu gehen.“

Osho, Zitat-Auszüge aus The Invitation, #14

Weitere vertiefende Zitate

Über den Unterschied von Hören und Zuhören

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Meister haben ihren Eigenarten, so auch der jüdische Meister Baal Schem Tow. Er brauchte eine Brille, nicht etwa um besser zu sehen, sondern um aus der Welt der Meditation und Liebe zurück in die Welt von Gedanken und Differenzierungen zu gelangen.

Grenzenlose Weitsicht

Brille-meditation

„Es wird über den großen chassidischen Meister Baal Shem Tow gesagt, dass er normalerweise keine Brille benutzte, doch wann immer er mit einem Philosophen oder einem Wissenschaftler sprach, setzte er sich sofort die Brille auf. Das war ungewöhnlich und seine Schüler fragten sich, was wohl dahinter stecke.

„Was ist los?“ fragten sie. „Du benutzt doch sonst keine Brille?“

Der Meister lachte. Was er antwortete, ist bedeutsam.
„Mit euch kann ich in meinem normalen Zustand bleiben, ich muss mich nicht von ihm entfernen. Meine Augen können nicht mehr unterscheiden. Ihr und der Baum und der Fels, ihr seid alle eins. Wenn ich mit einem Schüler spreche, dann brauche ich nichts auszugrenzen. Ich spreche zur gleichen Zeit zum Schüler, zum Baum, zum Felsen, zu den Sternen und dem Himmel. Alles ist eins. Denn ich spreche aus Liebe. Ich überschütte euch mit meiner Liebe und werde von eurer überschüttet.“

Eine Brille, um Grenzen wiederzufinden

Er fährt fort: „Doch wenn ein Philosoph kommt, dann muss ich von meiner normalen Art zu seinem Denken hinabsteigen. Ich muss mir eine Brille aufsetzen, damit ich blind werde, damit ich die große Vision verliere. Meine Augen werden durch die Brille eng gemacht, denn ein logischer Mensch besteht auf Unterscheidungen. Die Dinge sollen seiner Meinung nach eingeordnet und definiert werden. Liebe kennt keine Definition und keine Abgrenzung.““

Osho, Auszug aus The Perfect Master Vol.2 #5

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Normalerweise sind wir uns darüber nicht bewusst, doch leiden wir an einem großen Schmerz: Nicht zu wissen, wer wir sind. Alles was wir tun, unsere Wünsche und das Sehnen nach Glück und Liebe kommen aus der Suche nach sich selbst. Um sich zu finden, muss man nicht um die Welt gehen. Augen zu und ich bin da.

Sehnen nach sich selbst

Tipps

Du musst nicht die ganze Welt aufsuchen. Es ist genug, sich ein kleines bisschen umzudrehen und alles, wonach du dich immer zutiefst gesehnt hast, wird sich plötzlich deinem Selbst eröffnen. Du hast nach dir gesucht und das war dein ganzes Leiden, denn du konntest dich nicht finden.

Du hast dich nicht im Wohlstand gefunden und auch nicht in der Macht über Andere. Du konntest deine so genannte Liebe nicht finden. Du hast überall gesucht, du bist Tausende von Wegen gegangen in Tausenden von Leben, aber du hast dich nie erreicht. Das ist der grundlegende Schmerz: Nicht zu wissen, wer man ist. Sich nicht über die eigene Ewigkeit bewusst zu sein, das ist das einzige Leid. Alle anderen Leiden sind nur kleine Ausläufer davon.

Zen Meister Basui sagt, dass es einen direkten Weg zu sich gibt. Dieser ist die Augen zu schließen und sich nach Innen zu wenden. Vergiss die Welt. Betrachte sie wie einen Traum. Das soll nicht heißen, dass sie wirklich ein Traum ist, die Methode ist nur ein Mittel, seine ganze Lebensenergie nach Innen zu richten.

Vergiss die ganze Welt, so, als ob sie ein Traum ist, als ob sie nicht bestehen würde. Nur du bist. Dann beginnt die ganze Energie in dein Zentrum zu fließen.
Osho, The Original Man #7

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The Original Man. Talks on Zen

Gleichgültig, wie ausweglos eine Situation auch aussehen mag, der meditierende Mensch hat immer eine Zuflucht. So auch der Zen-Meister in der folgenden Geschichte. Während eines Erdbebens rennt er ebenso wie die anderen – zum immer bestehenden Zentrum der Stille.

„Ich flüchte auch – nach innen!“

Erdbeben-meditation

Einmal wurde ein Zen Meister zu einem Treffen eingeladen. Ein paar Freunde saßen miteinander und aßen gemeinsam, als plötzlich ein Erdebeben geschah. Das Haus, in dem sie saßen, war sieben Stockwerke hoch und sie befanden sich im obersten Stock. Ihr Leben war in Gefahr. Jeder versuchte, zu fliehen. Während der Gastgeber entfloh, warf er noch einen schnellen Blick auf den Zen Meister. Der saß, ohne der geringsten Ängstlichkeit im Gesicht mit geschlossenen Augen auf seinem Stuhl, ganz genauso, wie er vorher dort gesessen hatte.

Der Gastgeber fühlte sich ein wenig schuldig und wie ein Feigling, denn es sah komisch für ihn aus, dass der Gast da blieb und der Gastgeber wegrannte. Die anderen zwanzig Gäste waren alle die Treppen hinunter gelaufen. Obwohl er vor Angst zitterte, hielt er an und setzte sich neben den Meister.

So, als ob nichts geschehen wäre…

Das Erdbeben kam und verschwand wieder. Der Meister öffnete die Augen und begann in seiner Unterhaltung fortzufahren, die er wegen des Erdbebens unterbrechen hatten müssen. Er fuhr genau mit dem gleichen Satz fort, so, als ob es das Erdbeben überhaupt nicht gegeben hätte.

Der Gastgeber war wirklich nicht in der Stimmung, ihm zuzuhören, denn sein ganzes Wesen war tief erschüttert und voller Angst. Obwohl das Erdbeben jetzt vorüber war, hatte er immer noch Angst. Er bat den Meister, mit dem Sprechen aufzuhören. „Ich kann dir nicht zuhören, ich bin nicht ich selbst. Das Erdbeben hat mich zu sehr erschüttert. Aber ich habe eine Frage an dich: Alle anderen Gäste sind geflüchtet, doch du bist, so ungestört und so gelassen hier gesessen, dass ich mir wie ein Feigling vorkam. Wir alle versuchten, dem Beben zu entkommen. Was war mit dir?“

Der Meister sagte: „Ich flüchtete auch, doch ihr seid nach außen gerannt, ich bin nach innen geflüchtet. Eure Flucht macht keinen Sinn, denn wo auch immer ihr hingeht, da ist das Erdbeben. Ihr mögt den 6. Stock erreichen oder den 5. oder den 4… Doch überall bebt die Erde. Ich bin dorthin geflüchtet, wo das Erdbeben niemals hinkommt, ja niemals hinkommen kann. Ich rannte in mein inneres Zentrum.

Halte dich an Stille fest

Das ist, worauf Laotse hinweist, wenn er sagt: „Halte dich am Urgrund der Stille fest.“ Wenn du passiv bist, dann wirst du dir nach und nach deines Zentrums bewusst werden. Du hast es schon immer mit dir getragen, es war immer da, du weißt es bloß nicht, du lenkst keine Aufmerksamkeit darauf. Wenn dir die Stille einmal bewusst wird, dann verändert sich dein ganzes Leben. Dann kannst du in der Welt sein und dabei immer in Kontakt mit deinem Zentrum bleiben. Du kannst dich in einem Erdbeben bewegen und völlig gelassen dabei sein, denn in deinem Zentrum bleibst du unberührt.
Osho, Auszug aus Tao: The Three Treasures Vol.2 #1

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