Die Kunst des Zuhörens
Mai 14, 2009
„Mein Sprechen ist im Grunde eine Brücke zur Meditation. Niemals zuvor wurde das gesprochene Wort auf diese Weise gebraucht. Ich spreche nicht, um dir Informationen zu geben, sondern um deinen Verstand zur Ruhe zu bringen.“
Worte, um Stille zu erzeugen
„Ich gebrauche Worte, um Pausen der Stille zu erzeugen. Die Worte sind untergeordnet. Deshalb kann ich mir auch selbst widersprechen oder absurde und zusammenhanglose Dinge sagen, denn mein einziges Anliegen sind diese stillen Pausen. Das Wichtige ist die Stille zwischen den Worten, nicht die Worte selbst. Auf diese Art kannst du einen ersten Einblick in Meditation bekommen. Und wenn du einmal gemerkt hast, dass du dazu fähig bist, bist du schon auf dem Weg zu dir selbst.“
Der Verstand wird ausgetrickst…
„Ich rede zu dir und mitten im Satz, während du auf das nächste Wort wartest, kommt nichts als Stille. Dein Verstand hört zu, ist gespannt, wartet auf das nächste Wort. Ganz automatisch wird er still. Was kann der arme Verstand denn auch machen? Wenn du vorher wüsstest, an welchem Punkt ich still bin, wenn es von vornherein klar wäre, an dem und dem Punkt bin ich still, dann würdest du weiter denken und könntest nicht still sein. Dann wüsstest du genau: ‘An diesem Punkt wird er nichts sagen, aber jetzt kann ich ja noch ein bisschen denken und innere Selbstgespräche führen.’ Doch so läuft es nicht. Es kommt völlig unverhofft. Selbst ich weiß nicht, warum ich an einem bestimmten Punkt innehalte.“
Die Kunst lernen und im Alltag praktizieren
„Wenn du mit mir dorthin gelangen kannst, dann bist du auch alleine dazu fähig, denn ich bin nicht die Ursache. Du mußt nur verstehen, wie es funktioniert: Während du mir zuhörst, legst du deinen Verstand beiseite.“
Offen dem Leben zuhören
„Wenn du dem Rauschen des Meeres zuhörst, oder einem Gewitter oder dem Prasseln eines Regengusses, dann leg dein Ego beiseite, denn du brauchst es jetzt nicht. Das Meer wird dich nicht angreifen und der Regen und die Bäume auch nicht. Du brauchst dich nicht vor ihnen zu schützen. Sei einfach offen für das Leben und für die ganze Existenz. Dann werden diese Momente immer öfter kommen. Und bald wird dein ganzes Leben diese Qualität annehmen. Wo immer du auch bist, zu Hause, bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin – du kannst jedes Geräusch und sogar Lärm dazu nutzen, nach innen in einen Raum der Ruhe und Stille zu gehen.“
Osho, Zitat-Auszüge aus The Invitation, #14
Meditation ist Nichtstun, Nichtstun ist schwierig
April 20, 2009
Meditation ist schwierig, nicht, weil etwas Schwieriges zu tun ist, sondern weil nichts zu tun ist! Das Schwierige daran ist, dass im Nichtstun Ängste und Unruhe hochkommen, die wir normalerweise vermeiden – durch Beschäftigung des Denkens mit Mantra-rezitieren, zum Beispiel. Ein rebellisches Zitat von Osho…
Nichts zudecken, einfach nur still sitzen
Die Menschen decken ihre Ängste mit Wünschen zu. Das ist ein Trick, eine Strategie des Denkens. Meditation ist die Kunst, die Decke wegzunehmen. Die Leute können noch nicht einmal ein paar Minuten lang still sitzen. Denn wenn sie still sind, dann schießen Sorgen und Ängste in den Kopf. Davor fürchten sie sich.
Mantren in der Meditation
- um Ängste zu vermeiden?
Deshalb fragen die Leute, sogar in der Meditation „Was sollen wir tun? Können wir nicht ein Mantra singen?“ Dann ist alles in Ordnung, dann deckt das Mantra die Ängste und Unruhe zu. Dann kannst du Ram, Ram, Ram wiederholen und nochmal und nochmal. Die ständige Wiederholung hält deine Unruhe unterdrückt.
Das Schwierigste in der Welt:
einfach nur still zu sitzen
Die wahre Meditationen sind Zen und Vipassana. Die wahre Meditation ist nichts anderes als still zu sitzen und nichts zu tun. Einfach nichts zu tun und still zu sein, das ist die wahre Meditation. Das ist keine Technik, da ist überhaupt keine Technik dabei. Kein Mantra muss wiederholt werden, nicht gebetet oder der Name Gottes angerufen werden. Du sitzt einfach nur… doch das ist das schwierigste Ding in der Welt. Es sieht so einfach aus!
Still sitzen
Nichts tun
Der Frühling kommt
Und das Gras wächst von selbst
Du denkst jetzt, dass das sehr einfach ist: „Ich kann mich einfach hinsetzen und der Frühling kommt und das Gras wächst von selbst“. Doch das ist das Schwierigste und Mühsamste in der Welt: still zu sitzen und nichts zu tun. Das ist die großartigeste aller Meditationen.
Was ist Meditation? Mediation ist, deine eigene Lebensexistenz zuzulassen, ohne sie in irgendeiner Weise abzudecken oder niederzuhalten.
Meditation: Still sitzen und Ängste zulassen
Wahre Meditation ist ohne Technik. Wahre Meditation ist einfach nur entspannen, still sitzen und zulassen, was immer auch ist. Meditation ist, den Ängsten und der Unruhe zu erlauben, an die Oberfläche zu steigen und sie wahrzunehmen. Nichts zu tun, um sie zu verändern. Wahrnehmen und beobachten, das ist wahre Meditation.
In diesem Wahrnehmen wird dein innerer Buddha immer stärker. Wahrzunehmen ist die Nahrung deines inneren Buddhas. Je stärker dein innerer Buddha wird, desto weniger werden die Ängste. An dem Tag, an dem dein innerer Buddha vollkommen ist, werden alle Ängste und Sorgen weg sein.
Osho, Zitat-Auszug aus The Perfect Master #8
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Wahre Stille passiert ohne Zutun
„Falsche Stille ist immer herbeigezwungen, sie wird durch Anstrengung erreicht. Sie ist nicht spontan oder ist dir passiert. Du hast sie gemacht. Du sitzt still und innen in dir ist jede Menge Lärm.
Du unterdrückst den ständigen Gedankenstrom, um still zu werden, doch dann kannst du nicht mehr lachen. Du wirst ein trauriges Gesicht machen, denn Lachen wird gefährlich – wenn du lachst, wirst du die erzwungene Stille verlieren, denn im Lachen kannst du nichts mehr unterdrücken. Wenn du etwas unterdrücken möchtest, dann darfst du nicht mehr lachen, denn mit Lachen kommt alles zum Vorschein. Ein trauriger Heiliger hat sich irgendwie still gemacht und hat die ganze Zeit Angst, die Stille zu verlieren. Dann stört ihn alles.
Echte Stille ist völlig ungestört von Lärm
Nichts kann stören, wenn die Stille von selbst passiert ist. Alles hilft dann ihrem Wachstum. Wenn du wirklich still bist, dann kannst du auf dem Marktplatz sitzen und nichts wird dich stören. Im Gegenteil, du nährst dich über den Lärm, der zu einer noch größeren Stille in dir wird. Du kannst die innere Stille vor dem Hintergrund des lauten Marktplatzes in dir hören. Wenn dir das Echte passiert ist, dann fürchtest du dich nicht mehr davor, es zu verlieren. Nichts kann es stören.
Wenn dich etwas in der Stille stört, dann ist sie erzwungen, dann hast du sie dir irgendwie zurechtgelegt. Doch eine solche Stille ist keine echte Stille, das ist ähnlich wie in der Liebe, diese kann auch nicht gemacht werden.
Kann man etwas tun?
Das richtige Klima erschaffen – Meditation!
Das ist der Schlüssel: Der innere Teil liegt in der Stille, der äußere im Lachen und Feiern. Sei in Feierstimmung und still. Schaffe dir immer mehr Möglichkeiten zu feiern und still zu sein. Erzwinge die Stille nicht, erschaffe dir einfach nur mehr Möglichkeiten, dass Stille in dir erblühen kann. Das ist alles, was wir tun können. Wir können den Samen in die Erde legen, doch wir können die Pflanze nicht dazu zwingen, herauszukommen. Wir können bestimmte Umstände erschaffen, wir können sie schützen und den Boden düngen, wir können nachsehen, ob sie Sonnenstrahlen abbekommt oder nicht und wie viele für die Pflanze gut sind. Wir können Gefahren vermeiden und in andachtsvoller Stimmung warten. Sonst gibt es nichts zu tun.
Das ist, was in der Meditation passiert. Meditation erschafft lediglich eine Situation, ein bestimmtes Klima. Stille ist keine Auswirkung von Meditation. Nein, Meditation bedeutet lediglich, den Boden und die Umstände vorzubereiten. Der Same ist da, er ist immer da, den trägst du immer in dir. Du bist der Same. Erschaffe einfach ein bestimmtes Klima und der Same wird lebendig werden. Er wird sprießen und eine Pflanze daraus geboren werden und du wirst zu wachsen beginnen.
Der Test: Fröhlichkeit!
Meditation führt nicht zu Stille. Meditation erschafft lediglich die Situation in der Stille passiert. Lasse das dein Kriterium sein: Wann immer Stille passiert, wird auch Lachen in dein Leben eintreten. Eine lebendige Festlichkeit wird um dich herum sein. Du wirst nicht etwa traurig und depressiv werden, und du wirst auch nicht vor der Welt davon laufen. Du wirst hier, in dieser Welt sein, doch das ganze wie ein Spiel betrachten, bei dem du gerne mitspielst. Die Welt ist ein großes Drama, das man nicht so ernst nehmen muss.“
Osho, Zitat-Auszug aus A Bird on the Wing
#10
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Tiefe Entspannung beim Sterben
Februar 6, 2009
Je tiefer Meditation im Leben zugelassen werden kann, desto weiter geht das Verständnis um den Tod. Sterben wird als Phase des Lebens erkannt – die tiefe, friedliche Entspannung nach der Aktivität des Lebens.
Hingebungsvoller Rückzug
„Wenn das Bewusstsein meditativ wird, dann kannst du den Tod akzeptieren, denn dann ist das Sterben nicht etwas, was anders ist als du, sondern dann gehört der Tod zu dir, er ist Teil von dir. Dann nimmst du den Tod als Ruhepol an, als die letztendliche große Entspannung. Dann akzeptierst du Sterben als stillen Rückzug. Du gehst in Pension. Den ganzen Tag über hast du hart gearbeitet und wenn du dann abends nach hause kommst, dann ziehst du dich zurück und gehst schlafen. Das Leben ist wie der Tag, der Tod wie die Nacht.
Viele Morgen werden noch kommen, du wirst in vielen verschiedenen Formen immer wieder kommen, bis der totale Tod passiert. Dieser völlige Tod ist für diejenigen, die ganz ohne Gedanken geworden sind. Er ist für diejenigen, die in der Tiefe erkannt haben, dass Sterben und Leben nur zwei Seiten der gleichen Münze sind. Sie haben keine Angst mehr vor dem Tod, nicht einmal ein ganz kleines bisschen. Und sie hängen auch nicht länger am Leben.
Es gibt also zwei Phasen, um letztendlich völlig zu vergehen: Als erstes fürchtet du das Sterben nicht mehr. Wenn du keine Angst mehr hast, dann geschieht der zweite Schritt, dass der große Durst zu leben verschwindet. Dann gehst du über den Tod hinaus.“
Osho, Zitat Auszug aus Tao: The Three Treasures Vol.2 #1
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Beobachten stärkt das Ego
Januar 24, 2009
Überall kann man lesen, dass Meditation bedeutet, zu beobachten. Die Instanz, die beobachtet, ist jedoch oft nur eine neue Schicht des Egos oder Ichgefühls. Bewusstheit ist eine subtile Sache, die noch dazu nicht geübt oder ‘herbeimeditiert’ werden kann. Was bedeutet dann meditieren?
Bewusstsein bedeutet Verschmelzen
„Du kannst waches Wahrnehmen oder Bewusstsein nicht üben. Wenn du übst, aufmerksam wahrzunehmen, dann wirst du nur zu einem Beobachter. Zu beobachten ist nicht das gleiche, wie bewusst zu sein.
Was kannst du dann tun? Verschmelzen und sich total hingeben. Wenn du eine Rose ansiehst, dann vergiss völlig, dass du auf ein Objekt siehst und du das Subjekt bist, das sieht. Lasse die Schönheit dieses Moments, den Segen dieses Moments euch beide überwältigen, so dass du und die Rose nicht mehr getrennt voneinander seid. Ihr werdet zu einem gemeinsamen Rhythmus, zu einem Lied, zu einer einzigen Entzückung.
Verschmelzen so oft wie möglich erleben
Lieben, Musik zu hören, einem Sonnenuntergang zusehen…. lasse solche Situationen immer häufiger geschehen. Je öfter Verschmelzung passiert, desto besser. Bewusstsein ist keine Kunst, die man lernen kann, sondern mehr ein Kniff, den du herausfinden musst. Wenn du ihn einmal gefunden hast, dann kann alles Bewusstheit anregen, jeder Moment und ganz egal wo du gerade bist.
Wenn bewusstes Wahrnehmen geschieht, dann gibt es da niemanden, der wahrnimmt und nichts, was wahrzunehmen ist. Die Bewusstheit ist ein klarer Spiegel, der nichts widerspiegelt. Sogar Bewusstsein ‘Spiegel’ zu nennen, stimmt nicht. Es wäre besser, ‚spiegeln’ zu sagen. Bewusstsein ist eher ein dynamischer Prozess von verschmelzen und sich vereinigen. Es ist kein statisches Phänomen, sondern ein Fluss. Die Rose erreicht dich und du erreichst die Rose. Bewusstsein ist, sein Wesen zu teilen.
Der Beobachter verstärkt dein Ichgefühl
Vergiss die Vorstellung, dass Bewusstheit der Beobachter ist. Der Beobachter kann geübt werden, Bewusstheit geschieht. Der Beobachter ist eine Art Konzentration und der Beobachter hält dich abgetrennt. Der Beobachter wird dein Ichgefühl, dein Ego, stärken und vergrößern. Je mehr du zum Beobachter wirst, umso mehr wirst du dich wie eine Insel fühlen – abgetrennt, unnahbar, auf Distanz bedacht.
Über Jahrhunderte hinweg haben die Mönche in der ganzen Welt den Beobachter geübt. Sie mögen es Bewusstheit genannt haben, doch es ist keine Bewusstheit. Bewusstheit ist von ganz anderer Qualität.“
Osho, Auszug aus The Book of Wisdom #23
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Die verwandten Artikel scheinen oberflächlich gesehen mit obigem Text in Konflikt zu stehen. Die folgenden Texte zeigen jedoch ebenso mit dem Finger auf das Unerklärliche…
Das Mysterium des Wahrnehmens
Wahrnehmen lernen
Wahrnehmen verändert jede Situation
Ein Haiku von Basho
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Die Welt – ein Spiegel
Oktober 14, 2008
Anfangs ist Meditation bloßes Üben. Nach und nach bleibt der Geschmack, den man während des Übens bekommen hat. Dann verändert sich die Welt. Die Schönheit des Lebens enthüllt sich überall.
Über die Erhabenheit eines Fischreihers
Der wilde Fischreiher
er schläft –
ungestörte Erhabenheit
Haiku von Basho
Hast du schon einmal einen wilden Fischreiher schlafen gesehen?
Basho sagt: ungestörte Erhabenheit. Zu dem wirst du, wenn Stille passiert – zu ungestörter Erhabenheit. Plötzlich wirst du zum Kaiser. Verständnis schenkt dir das ganze Universum. Es nimmt alles weg, was falsch ist und schenkt dir die ganze Wahrheit: alles, was schön ist, alles was anmutig und eine reine Freude ist.
Ein Mensch wie Basho – ein Mensch tiefer Meditation – sieht den Zustand der Meditation überall. Sogar in einem schlafenden Fischreiher sieht er ungestörte Erhabenheit. In dem Flug eines wilden Vogels sieht er unglaubliche Freiheit. Im Himmel spiegelt sich sein eigenes Nichts wider.
Ein Mensch in Meditation wird alles in neuem Licht sehen. Eine wilde Blume wird schöner aussehen. Jesus sagt: „Schau dir die Lilien auf dem Feld an. Sie sind schöner als König Salomon in all seiner Pracht.“
Für den Menschen der Meditation wird alles völlig neu und frisch, jung und lebendig. Er strahlt Liebe, Mitgefühl und Freude aus.
Osho, The Zen Manifesto: Freedom from Oneself #8
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Die ganze Natur ruft die Wahrheit (Haiku)
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Raus aus der Routine
September 22, 2008
Bewusstheit kann man so einfach und überall üben! Beim Gehen zum Beispiel. Du gehst zum Mittagessen und sagst bei jedem Schritt innerlich links und dann rechts und wieder links… Klingt einfach, nicht?
Bewusstes, aufmerksames Gehen
Das einzige, was ein Mensch tun muss, um aus seinem Unglück heraus zu kommen, das seine Unbewusstheit verursacht hat, ist, bewusster zu werden. Verlasse deine Gewohnheiten. Du gehst zum Beispiel ganz automatisch, das ist eine Gewohnheit. Es ist nicht nötig, beim Gehen aufmerksam zu sein. Bringe einmal die Aufmerksamkeit zu dir, gehe völlig bewusst. Es wird dich überraschen: Wenn du einen Vorgang nicht mehr automatisch machst, wird viel Bewusstheit freigesetzt. Von überall her wird Bewusstsein in dich einfließen.
Buddha sagt:
Wenn du aufstehst, stehe bewusst auf. Wenn du dich hinsetzt, setze dich bewusst hin. Wenn du etwas sagst, sage es bewusst. Wenn du etwas hörst, höre bewusst zu. Wenn du etwas isst, esse bewusst.
Armstrong steht vor Gericht, weil er keinen Unterhalt für seine Frau zahlt. „Junger Mann,“ sagt der Richter, „deine Frau sagt, du hättest 12 Kinder mit ihr und du würdest keinen Unterhalt zahlen. Wie kann ein Mann, der seine Familie nicht unterstützt so viele Kinder bekommen?“ „Euer Ehren,“ sagt Armstrong, „wenn dieses bestimmte Gefühl aufsteigt, dann fühle ich mich, als ob ich die ganze Welt unterstützen könnte!“
Zwei einfache Techniken
• Gehe eine halbe Stunde lang bewusst und du wirst erstaunt darüber sein, wie friedlich und ruhig du aussehen wirst und dich fühlst.
• Sitze einfach nur in deinem Sessel und beobachte still den Atem, wie er ein- und ausgeht. Der Atem kommt herein und du bemerkst es, du nimmst es wahr, wie er einströmt. Jede Stelle, die der Atem berührt, nimmst du wahr: Wie er an den Nasenflügeln vorbeizieht, nach Innen in die Nase geht, sich weiter bewegt, deine Kehle berührt, sich weiter nach unten bewegt, tief in die Lungen fließt und du fühlst, wie sich dein Bauch hebt. Dann fühlst du einen Moment, wie er anhält. Es gibt keine Bewegung mehr. Und dann geht die Reise wieder rückwärts hinaus: Der Bauch fällt zurück, die Luft geht hinaus und du fühlst die gleiche Reise wieder. Die Luft verlässt dich durch die Nasenflügel … und wieder ein kleiner Moment von Nichts. Und dann kommt wieder frische Luft herein.
Nur eine Stunde den Atem beobachten wird dir so viel Stille und Wachsamkeit geben, wie du sie sonst niemals in deinem Leben erfahren hast. Bewusstheit macht den Unterschied, der dein Leben langsam, langsam verwandeln wird.
OSHO, The Perfect Master #7
Was passiert, wenn man meditiert? Antworten im Noseletter
Zen ist für Anfänger
Juni 25, 2008
Zen ist für Menschen, die ewig dazu lernen. Es ist eine Reise ohne Ende. Jeder im Zen ist ein Anfänger, egal wie lange er schon dabei ist. Der Lernende strebt danach, auf die Höhe des Meisters zu gelangen, damit eine Vereinigung stattfinden kann.
Auf gleicher Höhe mit dem Meister

Der Weg des Zen erfordert bestimmte Voraussetzungen, die sich von denen anderer Religionen unterscheiden. Im Zen wird Empfänglichkeit, Wachheit, Zuhören und ein Verstehen des Wortlosen, sowie ein tiefes Eindringen in Stille gebraucht. Keine andere Religion fragt nach diesen Dingen. Die Religion möchte dich tugendhaft machen und moralisch, und du sollst keinen Ehebruch begehen. Das sind sehr oberflächliche Bedingungen für Religiosität.
Zen erfordert, gegenwärtig zu sein. Nur einem Menschen, der im Moment präsent ist, kann der Meister sein Verständnis über das Höchste weitergeben. Zen ist keine Theologie, sondern die Vereinigung von dem Sein des Meisters mit dem Sein des Schülers. Der Schüler muss zur selben Höhe wie der Meister aufsteigen, sonst wird er nicht hören können, was ihm gesagt wird. Empfänglichkeit, Wachheit und das Eindringen in Stille werden den Schüler auf die Höhe des Meisters bringen.
Osho, Rinzai: Master of the Irrational #6
Über die Gefahren von Sicherheit
Mai 14, 2008
Wem gefällt schon Veränderung? Wir wollen doch lieber sicher in die Zukunft schauen und Bewährtes wiederholen. Eines versäumen wir mit der Unbeweglichkeit allerdings ziemlich wahrscheinlich: das stille Zentrum in uns selbst. Denn Veränderung macht Meditation sichtbar.
Veränderung bringt Stille mit sich

Kümmere dich nicht um Veränderung, die ganze Existenz besteht daraus. Veränderung ist ständig da, sie passiert ohne dein Zutun. Fließe mit ihr mit, ohne dich um die Zukunft zu sorgen. Mitten im ständigen Wechsel wirst du dir dann plötzlich deines inneren Zentrums bewusst werden. Es verändert sich nicht, es bleibt immer still.
Warum ist das so? Wenn du entspannt mit der Veränderung mitgehst, dann bildet der sich verändernde Hintergrund einen Kontrast und dadurch kannst du das sehen, was sich niemals verändert. Wenn du dich in irgendeiner Weise bemühst, die Welt oder dich zu verändern, dann kannst du das kleine, unbewegte Zentrum in dir nicht mehr wahrnehmen. Die Sucht, die Welt zu verändern macht dich so besessen, dass du nicht mehr sehen kannst, dass in Wirklichkeit in deinem Zentrum alles unverändert bleibt.
Veränderung ist überall und dauernd um uns herum. Der ständige Wechsel kann zum Hintergrund, zu einem guten Kontrast werden und dich entspannen. Du fließt so entspannt mit der Veränderung mit, dass es keine Sorgen oder Gedanken um die Zukunft mehr gibt. Du bist nur hier und jetzt. Dieser Moment ist alles. Alles verändert sich, du gehst leichten Schrittes mit und plötzlich nimmst du diesen bestimmten Punkt in dir wahr, der sich niemals verändert.
Wenn du dein stilles Zentrum bewusst wahrgenommen hast, dann wird es möglich, die Schönheit des sich ständig verändernden Flusses zu sehen. Du wirst dich nicht mehr nach Sicherheit sehnen und auch nicht danach, dass die Dinge so bleiben sollen, wie sie sind. Du wirst dich mit dem Fluss mitbewegen. Du wirst Teil des Flusses der Existenz. Dann beginnst du, Veränderung zu lieben.
Osho, Secret of Secrets #23
Ein Haiku von Basho
April 12, 2008
Haikus, das sind japanische Gedichte, die zwar Worte benutzen, in Wirklichkeit aber Bilder malen. Sie malen das Unmögliche: Stille, Bewusstheit, Meditation.
In vollkommener Stille

Für seinen Morgentee setzt sich ein Mönch in vollkommener Stille hin … Tee wird mit Bodhidharma assoziiert, der Zen nach China brachte. Er liebte Tee und seltsamerweise hilft Tee tatsächlich, wach zu bleiben. Oft, wenn man still sitzt, passiert es, dass man einschläft. So ist Tee etwas Besonderes für die Zen Meditation geworden.
Bereit für seinen Morgentee
setzt sich ein Mönch ganz still hin –
und nimmt die Chrysanthemen wahr.
Basho malt mit diesem Haiku ein Bild. Unter einem Chrysanthemen Baum sitzt ein Sucher in vollkommener Stille, bereit, seinen morgendlichen Tee einzunehmen. Nichts wird gesagt — nur ein stiller Mönch, der auf seinen Tee wartet.
Osho, Hyakujo: The Everest of Zen, with Basho´s Haikus #2






