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Wenn wir Sterben, ist dann beobachten alles, was wir in diesem wichtigen Moment tun können, oder gibt es noch eine besondere Meditationstechnik dafür?

Wahrnehmen ist das Einzige, doch ist es keine Technik, es ist deine Natur, deine ganze Natur. Du bist nichts anderes als Wahrnehmen. Beobachten ist das reine Bewusstsein.

Nicht nur die Angst vor dem Sterben macht dich unbewusst. Überhaupt bist du zu unbewusst. Ein Zehntel von dir ist bewusst, der große Rest unbewusst. Die Angst vor dem Tod nimmt dir dieses eine Zehntel an Bewusstheit. Doch Angst hat nur einen geringen Effekt, denn generell sitzt Unbewusstheit sehr tief.

In der Meditation, wenn du wahrnimmst, dann zerstreust du nach und nach die Unbewusstheit, ohne dir darüber im Klaren zu sein. Du wirst nach und nach bewusster. Die dünne Schicht wird dicker und dicker und es kommt der Moment, wo dein ganzes Wesen voll von Bewusstsein ist. Bewusstsein ist das Selbe wie Wahrnehmen.

Osho, Yakusan: Straight to the Point of Enlightenment #2

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Ist im Sterbeprozess beobachten alles, was wir in diesem wichtigen Moment tun können, oder gibt es noch eine besondere Meditationstechnik dafür?

Wahrnehmen ist alles, was benötigt wird

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„Wahrnehmen ist das Einzige, doch ist es keine Technik, es ist deine Natur, deine ganze Natur. Du bist nichts anderes als Wahrnehmen. Beobachten ist das reine Bewusstsein.

Nicht nur die Angst vor dem Sterben macht dich unbewusst. Überhaupt bist du zu unbewusst. Ein Zehntel von dir ist bewusst, der große Rest unbewusst. Die Angst vor dem Tod nimmt dir dieses eine Zehntel an Bewusstheit. Doch Angst hat nur einen geringen Effekt, denn generell sitzt Unbewusstheit sehr tief.

In der Meditation, wenn du wahrnimmst, dann zerstreust du nach und nach die Unbewusstheit, ohne dir darüber im Klaren zu sein. Du wirst nach und nach bewusster. Die dünne Schicht wird dicker und dicker und es kommt der Moment, wo dein ganzes Wesen voll von Bewusstsein ist. Bewusstsein ist das Selbe wie Wahrnehmen.

Im Leben, das Leben beobachten
Im Tod, das Sterben beobachten

Wenn also der Tod kommt, dann beobachte den Tod. Als das Leben da war, hast du das Leben beobachtet. Es ist nichts Neues: Der Tod ist nur ein Objekt genauso wie das Leben ein Objekt war. Wenn du gelernt hast, wie man wahrnimmt, dann brauchst du dich vor nichts zu fürchten. Dann wirst du auch deinen Tod beobachten können.

Es gibt keine Technik fürs Sterben. Dein Wesen, dein Bewusstsein, muss alle dunklen Ecken in dir transformieren. Das Licht hat in jede kleinste Ecke zu gelangen. Das nennen wir Meditation. Langsam, ganz langsam, wird alle Unbewusstheit, alle Dunkelheit verschwinden. Dann kannst du in das kosmische Ganze schmelzen, in die absolute Stille, in eine große Ekstase.“
Osho, Zitat Auszug aus Yakusan: Straight to the Point of Enlightenment #2

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Das Leben ist aus Sand gebaut

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„Gautam Buddha kam in ein Dorf. Am Rand des Dorfes floss ein Fluss vorbei, an dessen Ufer mehrere Kinder mit Sand spielten. Sie bauten Sandburgen und waren total ernst bei der Sache. Wenn einer der Kinder die Sandburg eines anderen durcheinander brachte, dann schrieen sie sich an und waren furchtbar wütend aufeinander. Das passierte schnell, denn Sandburgen sind nicht stabil, ein kleiner Stein geworfen und sie sind hinüber.

Buddha stand da und schaute zu. Dann wurde es Abend und die Mütter der Kinder riefen sie nach Hause: „Kommt jetzt heim, es ist Zeit fürs Abendessen.“ Da sprangen sie alle auf ihren eigenen Burgen herum, genau denen, die sie kurze Zeit vorher so energisch verteidigt hatten. Sie hüpften auf ihnen herum und gingen einfach nach Hause – ohne sich noch einmal umzudrehen.

Buddha sagte zu seinen Schülern: „Das Leben ist nicht viel anders.“

Deine ganze Ernsthaftigkeit bezieht sich auf Sandburgen. Eines Tages wirst du sie verlassen müssen, du wirst sie einstürzen und nicht mehr zurückschauen. Die Leute, die alles ernst nehmen, verpassen die Schönheit, die in der Leichtigkeit des Lebens liegt.“
Osho, Nansen: The Point of Departure #6

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Verwandlung des Todes durch Meditation

Tod-text-sterben

„Gehe mit allem kreativ um, mache das Beste aus dem Schlechtesten – das ist, was ‚Kunst’ bedeutet. Wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang das Beste aus dem Schlechtesten gemacht hat und aus jedem Moment und jeder Phase seines Lebens Meditation – Schönheit, Liebe und Freude – geworden ist, dann wird sein Tod ganz natürlich zum absoluten Höhepunkt seiner ganzen Kunst werden. Der letzte Schliff sozusagen…
Im Leben wie im Sterben – den Moment zum Besten wandeln

Der Tod eines solchermaßen kreativen und meditativen Menschen kann keinesfalls hässlich sein, so wie er für jeden normalerweise im täglichen Leben erscheint. Wenn der Tod hässlich ist, dann bedeutet das, dass das ganze Leben verschwendet wurde.

Der Tod kann voller friedlicher Akzeptanz sein, ein liebevoller Schritt ins Unbekannte, ein freudiger Abschied von alten Freunden und der alten Welt.“
Osho, Zitat-Text aus Beyond Enlightenment #28
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Sterben vor dem Tod

März 9, 2009

Im Leben noch die Liebe wählen

Meditation-liebe-tod

Im Zwischenraum der Türen von Geburt und Tod besteht noch eine andere Tür, die völlig unerklärlich ist.
Einer, der fähig ist, an der Türe des Todes neu geboren zu werden, verbringt sein ganzes Leben in Hingabe

„Zwischen den Türen von Geburt und Tod gibt es noch eine weitere Tür – die allumfassende Liebe. Ist dir das schon einmal aufgefallen? Zwischen Geburt und Tod passiert nur Liebe. Wenn du die Liebe verpasst, hast du die ganze Gelegenheit des Lebens versäumt.

Die erste Tür, die Geburt, ist nur eine Gelegenheit, durch die zweite zu gehen, die Türe der Liebe. Zwischen Geburt und Tod ist Liebe. Im Grunde kann man es so sehen: Das Leben besteht nur als einzige Gelegenheit, zu lieben und geliebt zu werden. Wenn das versäumt ist, dann ist alles versäumt. Wenn du geliebt hast, dann hast du nichts verpasst in deinem Leben, selbst wenn du alles andere versäumt hast.

Liebe – der wahre Tod

Die Türe der Liebe ist ein wirklicher Tod. Der andere Tod, der am Ende des Lebens kommt, ist nicht wirklich, den wirst du überleben. Du wirst wieder neu geboren werden. So wie der Tod der Geburt folgt, so folgt die Geburt dem Tod. Das sind die zwei Seiten einer Münze. Aber, wenn du durch die Türe der Liebe gehst, dann stirbst du wirklich. Du stirbst ganz und gar, so sehr, dass es für dich keine Geburt mehr gibt und natürlich auch keinen Tod mehr. Liebe ist der wahre Tod, denn das Ego verschwindet völlig.

Im normalen Tod verschwindet der Körper, doch das Ego bleibt bestehen. Das Ego trägt dich in ein neues Leben. So funktioniert Wiedergeburt. Wenn du diese Verkettung des Egos aufgelöst hast, dann verschwindest du aus der materiellen Welt und gehst von der sichtbaren Welt in die unsichtbare, ins Jenseits.

Sich durch Liebe verwandeln

Das ist die wahre Tür des Todes: Stirb’ bevor du stirbst, sterbe während du noch lebst. Wenn du vor dem Tod sterben kannst, wenn du durch die Türe der Liebe gehen kannst, wenn du noch im Leben sterben kannst, dann gibt es keinen Tod für dich. Dann bist du unsterblich geworden, dann wirst du göttlich. Doch du wirst dich zuerst durch Liebe verwandeln müssen.“
Osho, Zitat Auszug aus The Beloved, Vol 2, #5

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Je tiefer Meditation im Leben zugelassen werden kann, desto weiter geht das Verständnis um den Tod. Sterben wird als Phase des Lebens erkannt – die tiefe, friedliche Entspannung nach der Aktivität des Lebens.

Hingebungsvoller Rückzug

Sterben-ohne-angst

„Wenn das Bewusstsein meditativ wird, dann kannst du den Tod akzeptieren, denn dann ist das Sterben nicht etwas, was anders ist als du, sondern dann gehört der Tod zu dir, er ist Teil von dir. Dann nimmst du den Tod als Ruhepol an, als die letztendliche große Entspannung. Dann akzeptierst du Sterben als stillen Rückzug. Du gehst in Pension. Den ganzen Tag über hast du hart gearbeitet und wenn du dann abends nach hause kommst, dann ziehst du dich zurück und gehst schlafen. Das Leben ist wie der Tag, der Tod wie die Nacht.

Viele Morgen werden noch kommen, du wirst in vielen verschiedenen Formen immer wieder kommen, bis der totale Tod passiert. Dieser völlige Tod ist für diejenigen, die ganz ohne Gedanken geworden sind. Er ist für diejenigen, die in der Tiefe erkannt haben, dass Sterben und Leben nur zwei Seiten der gleichen Münze sind. Sie haben keine Angst mehr vor dem Tod, nicht einmal ein ganz kleines bisschen. Und sie hängen auch nicht länger am Leben.

Es gibt also zwei Phasen, um letztendlich völlig zu vergehen: Als erstes fürchtet du das Sterben nicht mehr. Wenn du keine Angst mehr hast, dann geschieht der zweite Schritt, dass der große Durst zu leben verschwindet. Dann gehst du über den Tod hinaus.“
Osho, Zitat Auszug aus Tao: The Three Treasures Vol.2 #1

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Gleichgültig, wie ausweglos eine Situation auch aussehen mag, der meditierende Mensch hat immer eine Zuflucht. So auch der Zen-Meister in der folgenden Geschichte. Während eines Erdbebens rennt er ebenso wie die anderen – zum immer bestehenden Zentrum der Stille.

„Ich flüchte auch – nach innen!“

Erdbeben-meditation

Einmal wurde ein Zen Meister zu einem Treffen eingeladen. Ein paar Freunde saßen miteinander und aßen gemeinsam, als plötzlich ein Erdebeben geschah. Das Haus, in dem sie saßen, war sieben Stockwerke hoch und sie befanden sich im obersten Stock. Ihr Leben war in Gefahr. Jeder versuchte, zu fliehen. Während der Gastgeber entfloh, warf er noch einen schnellen Blick auf den Zen Meister. Der saß, ohne der geringsten Ängstlichkeit im Gesicht mit geschlossenen Augen auf seinem Stuhl, ganz genauso, wie er vorher dort gesessen hatte.

Der Gastgeber fühlte sich ein wenig schuldig und wie ein Feigling, denn es sah komisch für ihn aus, dass der Gast da blieb und der Gastgeber wegrannte. Die anderen zwanzig Gäste waren alle die Treppen hinunter gelaufen. Obwohl er vor Angst zitterte, hielt er an und setzte sich neben den Meister.

So, als ob nichts geschehen wäre…

Das Erdbeben kam und verschwand wieder. Der Meister öffnete die Augen und begann in seiner Unterhaltung fortzufahren, die er wegen des Erdbebens unterbrechen hatten müssen. Er fuhr genau mit dem gleichen Satz fort, so, als ob es das Erdbeben überhaupt nicht gegeben hätte.

Der Gastgeber war wirklich nicht in der Stimmung, ihm zuzuhören, denn sein ganzes Wesen war tief erschüttert und voller Angst. Obwohl das Erdbeben jetzt vorüber war, hatte er immer noch Angst. Er bat den Meister, mit dem Sprechen aufzuhören. „Ich kann dir nicht zuhören, ich bin nicht ich selbst. Das Erdbeben hat mich zu sehr erschüttert. Aber ich habe eine Frage an dich: Alle anderen Gäste sind geflüchtet, doch du bist, so ungestört und so gelassen hier gesessen, dass ich mir wie ein Feigling vorkam. Wir alle versuchten, dem Beben zu entkommen. Was war mit dir?“

Der Meister sagte: „Ich flüchtete auch, doch ihr seid nach außen gerannt, ich bin nach innen geflüchtet. Eure Flucht macht keinen Sinn, denn wo auch immer ihr hingeht, da ist das Erdbeben. Ihr mögt den 6. Stock erreichen oder den 5. oder den 4… Doch überall bebt die Erde. Ich bin dorthin geflüchtet, wo das Erdbeben niemals hinkommt, ja niemals hinkommen kann. Ich rannte in mein inneres Zentrum.

Halte dich an Stille fest

Das ist, worauf Laotse hinweist, wenn er sagt: „Halte dich am Urgrund der Stille fest.“ Wenn du passiv bist, dann wirst du dir nach und nach deines Zentrums bewusst werden. Du hast es schon immer mit dir getragen, es war immer da, du weißt es bloß nicht, du lenkst keine Aufmerksamkeit darauf. Wenn dir die Stille einmal bewusst wird, dann verändert sich dein ganzes Leben. Dann kannst du in der Welt sein und dabei immer in Kontakt mit deinem Zentrum bleiben. Du kannst dich in einem Erdbeben bewegen und völlig gelassen dabei sein, denn in deinem Zentrum bleibst du unberührt.
Osho, Auszug aus Tao: The Three Treasures Vol.2 #1

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Haiku-dunst-meditation
Bewegungsloser Dunstschleier
Mond, Frühling, Schlaf.

Mukai Kyorai

„Kyorai beschreibt das Leben: „Bewegungsloser Dunstschleier. Mond, Frühling, Schlaf“ – das Leben ist einfach, ohne Komplikationen.

Jemand, der meditiert, lebt sein Leben in Einfachheit: der Mond, der Frühling, der Schlaf – und der Mensch ist vollkommen erfüllt. Ein kleiner bewegungsloser Dunstschleier und dann geht der Mond auf und der Frühling kommt – es gibt Blüten – und dann kommt der Schlaf.

Wenn du das Leben in so einer einfachen Art erfahren kannst, mit ein bisschen Tanzen, mit ein wenig Lieben, mit ein bisschen Spielen, mit ein wenig Lachen und ein wenig Musik, und dann kommt der ewige Schlaf… Dann wird das Leben zu einem einfachen Spiel. Bald wird es vorbei sein.

Das Leben wird einfach, wenn wir akzeptieren können, dass das Drama aufhören wird. Wir sind nur die Spieler eines Spiels, das nicht ewig andauern wird. Wir müssen den Platz für andere Spieler freimachen. Durch diese Akzeptanz wird das Leben sehr einfach, ohne Komplexität und ohne Wettstreit mit anderen Menschen. Man lebt still und friedlich und bereitet sich auf den ewigen Frieden vor, die ewige Stille, den ewigen Schlaf.“
Osho, Auszug aus The Zen Manifesto: Freedom from Oneself #6

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Der Tod eines Geliebten

Januar 4, 2009

Setze dich neben den geliebten Menschen, der stirbt und fühle, was es heißt, zu sterben. Der Todesfall eines geliebten Menschen ist eine große Gelegenheit, Meditation zu erfahren.

Das gleiche wird auch dir geschehen

Todesfall-meditation

Setze dich neben den geliebten Menschen, der stirbt und fühle den Tod. Bedaure den Menschen nicht. Wenn du ihn bedauerst, dann verpasst du eine großartige Gelegenheit. Es gibt keinen Grund, den geliebten Menschen zu bedauern.

Wenn du an der Seite eines Sterbenden sitzt, bedaure dich selbst. Du sitzt im gleichen Boot. Der Tod wird bald auch an deine Türe klopfen. Mache dich dafür bereit. Bevor der Tod kommt, finde deine Wahrheit. Bevor der Tod an die Türe klopft, finde nach Hause, sonst wird dir das Leben im Todesfall wie ein Traum erscheinen, der dich in ungeheurer Armut, in großer innerer Armut zurücklässt.

Bald wird der geliebte Mensch verschwunden sein. Lass den Tod um dich herum präsent sein. Bekomme einen Geschmack von ihm. Fühle deine Hilflosigkeit und Verletzlichkeit. Wer fühlt sich hilflos? Es ist das Ego, denn es sieht, dass es nichts gegen den Tod tun kann. Du würdest deinem geliebten Menschen gerne helfen und doch kannst du es nicht. Du hättest es gerne, wenn er überleben würde, doch nichts kann daran verändert werden. Fühle diese Hilflosigkeit so deutlich wie möglich. Aus diesem Gefühl von Hilflosigkeit wird eine gewisse Bewusstheit entstehen, eine andächtige Stimmung, eine Meditation. Nutze den Tod des Freundes, es ist eine gute Gelegenheit.

Vielleicht kann sich der geliebte Mensch dem Tod hingeben. Das ist wunderbar. Wenn er kämpft, mag er zwar noch ein paar Tage länger leben, doch wenn jemand den Tod akzeptiert, dann muss er oder sie etwas erfahren haben, was über den Tod hinaus geht. Wenn jemand vor seinem Tod einen Geschmack von Unsterblichkeit bekommen hat, vielleicht nur eine kleine Ahnung davon, dann weiß er, dass er nicht sterben wird. Man wird sterben und doch stirbt man nicht. Wenn man das erfahren hat, dann entspannt man sich. Warum sollte man dann gegen den Tod kämpfen? Wozu?

Nach und nach wird der geliebte Mensch verschwinden. Nutze die Gelegenheit für dich. Sitze an seiner Seite. Lasse seinen Tod zum Fingerzeig für dich selbst werden, damit du dein Leben nicht verschwendest. Das gleiche wird auch dir geschehen.
Osho, The Search

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Sokrates wird eins

Dezember 25, 2008

Sokrates, der griechische Meister, lebte sein Leben ziemlich eindimensional, es war ganz auf Logik ausgerichtet. Am Ende seines Lebens rief ihn das, was er versäumt hatte, zu leben und er begann, Musik zu machen.

Spontan in letzter Minute

Sokrates-meditation-floete

„Als Sokrates auf seinen Tod im Gefängnis wartete, verfolgte ihn immer wieder der gleiche Traum: „Sokrates, mache Musik!“ Der alte Mann dachte eigentlich, er hätte seine künstlerische Natur genug mit seinen Philosophien ausgedrückt. Doch jetzt, angespornt durch diese mysteriöse Stimme im Traum, wurden Geschichten zu Versen, sie wurden zu einer Hymne an Apollo verfasst. Und er spielte auf der Flöte. Im Angesicht des Todes gingen Philosophie und Musik für kurze Zeit Hand in Hand und Sokrates war so glücklich – wie nie zuvor.

Er hatte noch nie Flöte gespielt, doch irgendetwas in ihm bestand darauf: „Mache Musik, Sokrates!“ Und das im Angesicht des Todes! Dabei hatte er noch nie gespielt, er konnte gar kein Musikinstrument spielen. Ein Teil von ihm war nicht gelebt worden. Ja, sogar ein Mensch wie Sokrates kann eindimensional sein. Der verneinte Teil in ihm bestand darauf: „Genug von der Logik! Ein wenig Musik wird gut sein, sie wird dich ins Gleichgewicht bringen. Jetzt ist Schluss mit dem Argumentieren, jetzt ist es Zeit für die Flöte!“ Die Stimme war so beharrlich, dass er ihr nachgeben musste.

Seine Schüler konnten es kaum glauben. „Ist er verrückt geworden?“ Seine Musik war auch bestimmt nicht besonders großartig, denn er konnte ja gar nicht Flöte spielen. Es muss sich absolut ungeübt und kindisch angehört haben. Doch trotzdem war etwas von ihm dabei befriedigt, er hatte eine Brücke geschlagen. Er war nicht mehr eindimensional. Vielleicht war er zum ersten Mal in seinem Leben spontan. Vielleicht hatte er das erste Mal etwas ohne Absicht getan.“
Osho, Auszug aus The Perfect Master Vol.2 #4

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